Diese Pflanze wartet auf die Sonne

Die Naturpark-Wildkräuterküche im Sommer stellt Wegwarte vor

HERMESKEIL Die Wegwarte, auch „Wilde Zichorie“ genannt, zeigt in diesen Tagen ihre leuchtend blauvioletten Blüten.

Sie öffnen sich jedoch erst, wenn morgens die Sonne aufgegangen ist, worauf der Namensteil „Warte, die auf die Sonne Wartende“ verweist. Die Wegwarte als attraktive Wildpflanze am Wegesrand lockt nicht nur zahlreiche Bienen und Schwebfliegen an, sie hat auch eine wichtige Bedeutung als essbares Wildkraut. 2020 als Heilpflanze des Jahres ausgewählt zeigt sie ihre Vielseitigkeit.

Wegwarte kulinarisch

Die gesamte Pflanze von Wurzel bis Blüte ist essbar. Aus der Wegwarte sind durch Züchtung die Salatsorten Chicorée, Radicchio und Endivie hervorgegangen. Auch die wilde Wegwarte kann in Salaten, aber auch in Spinat, Gemüsegerichten, Suppen und Soßen verwendet werden.

Etwas ältere Blätter können vor dem Verzehr kurz blanchiert oder einige Zeit gewässert werden, um ihnen die Bitterkeit etwas zu nehmen. Die Blüten sehen als Farbtupfer beim Anrichten auf dem Teller sehr ansprechend aus.

Ab September können die gewässerten Wurzeln als Back-, Koch oder Pfannengemüse genutzt werden.

Die Wurzelzichorie, eine weitere Zuchtform der Wegwarte, lieferte lange Zeit den wichtigsten heimischen Kaffee-Ersatz, Mit etwas Experimentierfreude kann auch aus der wilden Variante ein Zichorienkaffee durch trocknen, rösten und mahlen der Wurzeln probiert werden.

Wegwarte heilwirksam

Aus den Blättern und Wurzelstückchen lässt sich ein Heiltee zubereiten, der Stoffwechsel und Verdauung anregt, Schwermetalle und andere Gifte ausleitet, die Aufnahme von Kalium erleichtert und eine belebende Wirkung hat. Hervorragende Eigenschaften werden der Wegwarte bei der Behandlung von Milzleiden zugeschrieben.

Ein Wegwartenaufguss aus Wurzeln und Blüten äußerlich angewendet, ist geeignet Hautekzeme und -unreinheiten zu behandeln und Augenentzündungen zu lindern.

Wertvolle Inhaltstoffe der Wegwarte sind die Bitterstoffe, Cholin, Eisen, Folsäure, Gerbstoffe, Inulin, Kalium, Selen, Zink sowie auch die Vitamine B und C.

Boden und Standort

Die Wegwarte kommt im Naturpark vom Saartal bis zu den Hunsrückhöhen auf trocken, sonnigen Standorten vor. Häufig ist sie an Wegrändern, Brachen, Schuttflächen und Halden zu finden. Für Wildkraut-Einsteiger sehen die jungen Blattrosetten dem Löwenzahn ähnlich. Im eigenen Garten empfiehlt sich die Wegwarte als ausdauernde Staude, die Wegränder ziert. Eine Ansaat im Herbst oder im zeitigen Frühjahr ist erfolgsversprechend. Infos zum Beispiel online unter www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/wegwarte/. Informationen über den Naturpark erhalten Interessierte bei der Naturpark-Geschäftsstelle Hermeskeil, Tel. (06503) 9214-0 und E-Mail an info@naturpark.org.red./ti

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