Die Zwangspause genutzt

KSV-Ringer Benedikt Haas erwirbt in Bayern den Meisterbrief in Holztechnik

KÖLLERBACH Ein guter Ringer hat die Gesetze des Kampfsports verinnerlicht und gewinnt dem Leben immer nur die positiven Seiten ab. Von dieser „ehernen Regel“ macht Freistil-Ringer Benedikt Haas (23) vom Bundesligisten KSV Köllerbach keine Ausnahme. Der 1,90 Meter große Athlet, der bei einem Bundesliga-Kampf für das Halbschwergewicht exakt 98 kg auf die Waage bringen muss, verschrieb sich bereits mit fünf Jahren dem Ringkampfsport und erlernte beim KSV das Ringer-Abc.

Der gebürtige Püttlinger hatte in seiner so heiß geliebten Sportart auch Erfolg. Im Jahr 2016 wurde er deutscher Juniorenmeister in der freien Stilart (bis 98 kg). Zudem gelangte er 2016 in der lettischen Hauptstadt Riga bei einem internationalen Turnier mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft zu Gold. Doch eine Woche nach diesem Turnier in Lettland klopfte bei dem jungen Ringer das Pech an, das nun einmal einem Sportler widerfahren kann. Ein Fußbruch wurde bei Benedikt diagnostiziert. Das linke Sprunggelenk war gebrochen. Damit war es mit den Erfolgen auf der Ringer-Matte erstmal vorbei. Nach der OP zog sich Benedikt Haas nicht schicksalsergeben in das stille Kämmerlein zurück, sondern nutzte die Zeit in der Rekonvaleszenz erfolgreich zur schulischen Weiterbildung.

So besuchte der junge Freistil-Ringer die Fachschule Rosenheim für Holztechnik in Bayern. Zwei Jahre lang widmete sich der Saarländer dem Holztechnik-Studium und sattelte ein Jahr lang noch den Meisterkurs obendrauf. Der Lohn für all die schulischen Mühen im fernen Bayern: Der Meisterbrief als Schreinermeister und Holztechniker. Über die beruflichen Ambitionen seines Sohnes freute sich Benedikts Vater Raphael, der in Schwalbach-Elm eine Schreinerei betreibt, außerordentlich. Auf den Meisterbrief seines Sohnes Benedikt hatte Vater Raphael nur gewartet, denn damit stand ihm für seinen Betrieb ein Juniorchef und gleichzeitig ein Werkstattmeister zur Verfügung.

In der Familie Haas waren natürlich auch Benedikts Schwestern Kathrin und Raphaela Haas stolz und glücklich darüber, dass jetzt auch ihr Bruder beruflich voll und ganz im väterlichen Betrieb integriert ist. Damit ist das Geschwister-Trio in der Firma von Vater Raphael in der Tat dreifach vereint: Kathrin hat ein Ingenieurstudium mit dem Master of Arts abgeschlossen und Raphaela ist als fachgeprüfte Bestatterin in der Schreinerei Haas tätig.

Der junge Schreinermeister Benedikt Haas hat in der Zwischenzeit den Staron-Kreativpreis 2019 gewonnen. Mit dem Mineralwerkstoff Staron hat der junge Saarländer ein Möbelstück entworfen und gebaut.

Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einem Barschrank und einer Couch. Zudem sorgte Benedikt bereits mit seinem Meisterstück in Bayern 2018 für Furore, wo er für sein Projekt „Gute Form“ von den Prüfern mit der Not „Gut“ bedacht wurde. Darauf ist Benedikt natürlich unheimlich stolz: „Das war damals von der Form her das beste Meisterstück, das dabei war. Und von der Benotung her konnte das Ganze durchaus als Spitze bezeichnet werden, da die Bayern so gut wie keinen Einser vergeben.“

Und auf der Ringer-Matte steht der Halbschwergewichtler natürlich auch schon wieder. So zuletzt beim Bundesliga-Heimkampf gegen den ASV Hüttigweiler, wo er sich als Freistil-Mann griechisch-römisch ringend „stilartfremd“ ganz in den Dienst seines KSV Köllerbach stellte.red./dos

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