Die Stadtkapelle klingt wieder

Musiker proben unter anderem an „Die Schöne und das Biest“ – Termin 8. Mai 2021

ZWEIBRÜCKEN Wer mittwochs abends oder am Samstagnachmittag an der ehemaligen Hauptschule Nord vorbei geht und seine Ohren spitzt, kann sich an schöner Musik erfreuen. Endlich darf auch die Stadtkapelle Zweibrücken, die vorwiegend aus Holz- und Blechblasinstrumenten zusammen gesetzt ist, sowie die Erwachsenen-Bläsergruppe wieder proben. 30 Musiker plus der musikalische Leiter, Björn Weinmann, finden in der ehemaligen Schulturnhalle gemäß den Corona-Abstandsregeln gut Platz.

Der Dirigent steht mit dem Rücken fast an der einen kurzen Seite der Halle. Das Schlagwerk und die Tubaspieler sitzen auf der gegenüberliegenden Seite ganz hinten auf der Bühne, ebenfalls an der Wand. Vor ihnen thronen die Posaunen. Flöten, Oboen, Klarinetten und Trompeten verteilen sich im unteren Raum. Die Bühne ist ein großes Glück, denn so können die Musiker und der Dirigent wenigstens Blickkontakt halten, was auf einer Ebene deutlich schwieriger wäre.

„Die Entfernung ist eine Herausforderung“, sind sich alle einig. Auf 40 Hallenmeter auseinander gezogen, erreichen die Töne später das Ohr des Dirigenten und seine „Jetzt ihr“-Bewegung bei den Einsätzen kommt langsamer an. „Ich höre die Flöten gar nicht“, bedauert der Vereinsvorsitzende, Volker Lehner. Da hilft nur, selbst exakt mitzuzählen und sich von Björn Weinmann leiten zu lassen.

Aus diesem Grund werden während der Corona-Beschränkungen ausschließlich bekannte Stücke geprobt. Doch wie alles, hat selbst die neue Sitzordnung ihre Vorteile. Genauer hinhören ist einer davon. „Ich habe die Stücke außerdem so ausgewählt, dass ich viel mit den einzelnen Registern arbeiten kann“, erklärt Björn Weinmann. Immer wieder lässt er bald die Posaunen, bald die Trompeten, bald eine andere Gruppe ihre Partien solo üben. „Ich liebe weiß Gott euer C. Doch hier ist es gerade harmonisch, da darf es nicht so plötzlich und nicht so aggressiv kommen“, erklärt er den Trompetern. An anderer Stelle hingegen müssen die Unterstimmen deutlich leiser spielen, damit das musikalische Streitgespräch zwischen der Schönen und dem Biest besser zu hören ist.

Mit dem Musical „The Beauty and the Beast“ und einem Medley aus den 1980er-Jahren hat Björn Weinmann Stücke ausgewählt, die den Musikern auch unter diesen besonderen Bedingungen viel Spaß bereiten. Er weiß: „Etwas Neues braucht man jetzt nicht zu machen.“ Das klinge mit den großen Abständen verzerrt und könne allein daher nicht gefallen. Lieber konzentriert er sich darauf, die Zeit zu nutzen und mit den Solo-Probe-Sequenzen die einzelnen Register qualitativ zu verbessern. Damit erreiche das gesamte Orchester dann auch noch einmal ein höheres Niveau.

Das 1980er-Jahre Rock-Medley sollte im Mai mit der Zweibrücker Kult-Band Purple Haze als „Cross-Over“ aufgeführt werden. Der neue Termin steht bereits: 8. Mai 2021 wie geplant in der Zweibrücker Festhalle. Da lediglich die Empore und die Seitenbalkone bestuhlt werden und die gekauften Tickets sich ins neue Jahr übertragen, sind die Sitzplätze bereits ausverkauft. Wer sich noch einen der Stehplätze im Heinrich-Gauf-Saal sichern will, sei gut beraten, dies über den Ticket-Service bald zu tun. Rund 800 Zuhörer schätzt Volker Lehner, könnten Raum finden.

Bis dahin nutzt die Stadtkapelle Zweibrücken die Probenzeit, um an ihrem Auftritt zu feilen. Auf das neue, gesteigerte Klangerlebnis darf man bereits jetzt gespannt sein.

Am 8. Mai 2021 um 20 Uhr wird das erste Cross-Over-Konzert „Rock meets Brass“ mit der Zweibrücker Stadtkapelle und Purple Haze als neues Projekt in der Festhalle stattfinden. Als Charity-Konzert wird zu Gunsten der Kinderpalliativstation der Uniklinik Homburg gespielt. cvw

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