Die Staatsform des Volkes

Johannes Domnick erklärt Martin-Luther-King-Schülern den Wert der Demokratie

SAARLOUIS Politik findet nicht nur in Berlin statt, sondern auch in eurem Alltag.“ So begrüßte Johannes Domnick von der „Stiftung Bildung“ Schüler der Klassenstufe 9 und 10 der Saarlouiser Martin-Luther-King-Schule.

Zum Einstieg formulierte der Experte dann einige plakative Aussagen, zu denen sich die Kinder positionieren sollten.

So fand die Mehrheit, dass Politik langweilig sei, weil viele Prozesse und Entscheidungen häufig sehr komplex seien und an Jugendlichen vorbeiliefen.

Ebenso waren sich die meisten einig, dass es in vielen politischen Bereichen in Deutschland und in der Welt nicht so gut liefe, wenn man an die vielen negativen Schlagzeilen denke.

Diese Stimmung griff Domnick auf und verwies darauf, dass Jugendliche nicht einfach alles hinnehmen müssten. Sie könnten selbst politisch aktiv werden, sich engagieren und Verantwortung übernehmen. Beispielsweise habe man im Umweltschutz viele Möglichkeiten, sich einzubringen.

Auch die Schule sei ein Ort, der demokratisch ausgerichtet sein könne. Jeremy aus der 9.2 nennt in diesem Zusammenhang die Schülervertretung, die regelmäßig zusammenkommt und über Pausenangebote oder Vorschläge zur Schulhofgestaltung berät.

Domnick regte an, Politiker in die Schule einzuladen. Dies böte die Chance, sich über aktuelle Themen auszutauschen und in einen kritischen Diskurs zu treten.

Als negative Tendenzen, die Demokratie gefährden, nannte der Referent den „Rechtsruck“, der diskriminierende Äußerungen öffentlich „sagbarer“ werden lasse. Auch sei die Meinungs- und Pressefreiheit in manchen Ländern Europas nicht mehr uneingeschränkt möglich.

Marianne Demann vom Verein „Miteinander der Generationen“ zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung: „Veränderungen erfolgen von unten nach oben, und deshalb muss Erziehung zur Demokratie so früh als möglich anfangen.“ red./am

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