Die Radstrategie Saarland

Verkehrsministerin Anke Rehlinger stellt Konzeption bei ADFC-Versammlung vor

DUDWEILER Im Februar 1991 wurde der Landesverband Saarland des ADFC aus der Taufe gehoben. Radfahren könnte noch schöner sein, wenn im Straßenverkehr Radfahrer zumindest als gleichberechtigte Partner anerkannt wären. Doch viele Verkehrsplaner und Politiker betreiben immer noch die einseitige Förderung des Autos. Für die Bedürfnisse der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer haben sie oft zu wenig Verständnis.

Deswegen setzt sich der ADFC ein für eine umweltfreundliche und menschengemäße Verkehrspolitik, die konsequent das Radfahren fördert. Dazu bedarf es sichere und gut zu befahrende Radwege und Radverkehrsnetze in allen Städten und Gemeinden.

Für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) könnten es aber noch viel mehr sein, vor allem, wenn sie viele gute und sichere Radwege vorfänden.

Mit Spannung erwartete der ADFC Saar deshalb, was Verkehrsministerin Anke Rehlinger auf der gut besuchten Mitgliederversammlung des saarländischen Landesverbands über ihre Radstrategie für das Saarland berichten würde.

Ministerin Rehlinger lobte zunächst die gute Arbeit des ADFC und ermunterte den ADFC, an seiner Doppelstrategie festzuhalten: Kritisch treibend, aber auch konstruktiv begleitend. Sie verwies darauf, dass das Fahrrad als nachhaltiges Verkehrsmittel gesellschaftlich sehr präsent sei. Bei aller verständlichen Ungeduld auch gegenüber ihrem Haus, benannte sie mehrere Hindernisse für eine schnellere Umsetzung vieler Vorhaben. Geld sei nicht das Problem, der „Flaschenhals ist fehlendes Personal und das Planungsrecht“, so Rehlinger.

Deshalb habe man explizit für den Radverkehr mehrere Verkehrsplaner eingestellt. Sonst wäre es schwierig, die zusätzlichen Landesmittel für die Förderung des Radverkehrs in die beabsichtigten Vorhaben fließen zu lassen und diese umzusetzen. Sie nannte aber auch die Verantwortung der Kommunen, die vom Land als wichtigste „Umsetzer“ sehr wohl unterstützt würden, denen das Land aber aufgrund der kommunalen Selbstverwaltung nur bedingt „hineinreden“ könne.

Aufbauen möchte die Ministerin deshalb eine „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen“ nach dem Vorbild anderer Bundesländer. Auch die Bedeutung der Arbeit an und mit Schulen wurde von Rehlinger hervorgehoben. Sichere Schulwege für Rad fahrende Kinder sind ihr ein wichtiges Anliegen.

In der intensiven Diskussion mit den ADFC-Mitgliedern zeigte sie sich offen für Modellversuche, z.B. zu flächendeckendem Tempo 30. Voraussetzung sei, dass dies vor Ort gewollt werde – niemand solle etwas von oben übergestülpt werden.

Der ADFC Saar durfte auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken. Man habe zahlreiche verkehrspolitische Aktionen durchgeführt, neue Projekte wie die Velobox und Neubürgertouren in Saarbrücken initiiert, über 200 Radtouren angeboten und die Mitgliederzahl sei erstmals auf über 1 500 Mitglieder gestiegen. Bei den Vorstandswahlen wurden Thomas Fläschner, Nicole Gaa, Dieter Grünewald und Joachim Hase als geschäftsführender Landesvorstand wiedergewählt. eb

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