Die Protestanten wählen

Die Evangelische Kirchengemeinde Merzig erhält am 1. März ein neues Leitungsgremium

MERZIG/BECKINGEN Am Sonntag, 1. März, wählt die Evangelische Kirchengemeinde Merzig ein neues Leitungsgremium. Gläubige aus Beckingen, Merzig und Rehlingen sind aufgefordert, für vier Jahre festzulegen, wer im „Presbyterium“ sitzen soll, so heißt nämlich der Krchengemeinderat bei den Protestanten. Erfreulich ist, wie viele Menschen bereit sind, das Amt zu übernehmen. Für die insgesamt elf Plätze gibt es 16 Kandidaten. Also eine echte Wahl.

„Wir entscheiden hier!“

 

Pfarrer Klaus Künhaupt zeigt sich sehr zufrieden: „Es ist wunderbar, dass so viele Leute mitarbeiten wollen bei uns. Ich glaube das liegt auch daran, dass wir vor Ort vieles selbst entscheiden können. Die Finanz- und Personalhoheit liegt bei uns in der Gemeinde, im Presbyterium. Wir stellen Leute ein, wir wählen unsere Pfarrer selbst, wir kaufen oder verkaufen Immobilien. Natürlich berät uns dabei der Kirchenkreis und die Landeskirche, aber letztlich entscheiden wir. Darum ja auch unser Werbeslogan für die Wahl: „Wir entscheiden hier!“

In beiden Wahllokalen (Gemeindehäuser Merzig und Beckingen) gibt es am 1. März auch ein Begleitprogramm: Öffnung der Wahllokale um 9 Uhr, so dass man schon vor den Gottesdiensten wählen kann, die um 10 Uhr beginnen. „In der Zeit während der Gottesdienste sind die Wahllokale natürlich geschlossen“, erklärt Künhaupt. Danach geht es weiter, unter anderem mit einem kleinen Mittagessen für alle Wähler um 12 Uhr. Gegen 16 Uhr schließen die Wahllokale und die Auszählung beginnt.

Im April tagt dann das neue Presbyterium erstmals und wird die Gemeinde danach vier Jahre lang leiten. Das Hauptthema ist dabei klar: „Wie kann man Gemeinde in der Gegenwart sein und wie kann man auch den Mitbürgern zeigen, dass es sich lohnt, Mitglied zu sein und zu bleiben“.

Türen stehen offen

Presbyterium kommt übrigens aus dem Altgriechischen. Schon im Neuen Testament werden die Leiter der Gemeinden „Presbyter“, also Älteste genannt. Auch das deutsche Wort „Priester“ leitet sich von „Presbyter“ ab. Entsprechend wird das Amt auch heute noch als eine geistliche Leitung verstanden. Künhaupt nennt das Hauptrezept: „Zuversicht. Wir haben viel zu bieten und werden gebraucht. Ich bin überzeugt, dass das in Zukunft auch immer mehr Menschen (wieder) einsehen werden. Die Türen zum Eintritt stehen bei uns allen weit offen – nicht nur am Wahltag“.red./ti

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de