Die Lücke ist wieder geschlossen

Neue Brücke am Glashütter Weiher offiziell eröffnet

ROHRBACH Es waren schon eine außergewöhnliche Situation und ein nicht alltäglicher Anblick, als sich vor wenigen Wochen eine tonnenschwere Stahlkonstruktion hoch über den Bäumen am Glashütter Weiher schwebend langsam dem Erdboden näherte und schließlich an der vorgesehen Stelle punktgenau landete. Ein riesiger Tieflader hatte die neue Brücke – sie überspannt den Weiherarm vom Lindenbrunnen – hertransportiert. Ein nicht minder imposanter Autokran hievte sie dann nach dreistündigen Vorbereitungen an ihren Platz. In über 50 Metern Höhe musste die 12,5 Tonnen schwere Last über den Bäumen in die richtige Richtung gedreht werden. Eine Aufbereitung des Weges mit Schotter war zuvor notwendig, damit das Lastwagenungetüm gefahrlos zur Baustelle gelangen konnte. Mit dem Absetzen der Brücke waren die Arbeiten jedoch noch nicht abgeschlossen. Die Anschlussstellen beiderseits des Aufgangs erforderten weitere Feinarbeit, der Weg mit dem groben Schotter war für Fußgänger mit und ohne Rollator und andere Weiherbesucher eine Belastung. Auch da wurde nachgebessert. Nun endlich konnte die neue Brücke offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden; ein Rundgang in gewohnter Weise ist wieder möglich.

„Dass gleich zwei Minister vor Ort sind, kann als gutes Zeichen für hervorragende Zusammenarbeit gewertet werden“, begrüßte Oberbürgermeister Ulli Meyer den Umweltminister Reinhold Jost und Innenminister Klaus Bouillon. Es sei schon eine große Herausforderung gewesen, die Konstruktion hochzuheben, über den Bäumen zu drehen und einzusetzen. „Der Glashütter Weiher ist etwas Besonderes“, hob er die Bedeutung der Brücke für dieses Erholungsgebiet hervor.

Nun sei auch der Weg wieder hergerichtet worden. Dafür dankte er den Mitarbeitern beim Saarforst. Ortsvorsteher Roland Weber sprach von einem „schönen Moment“ für die Rohrbacher und alle, die den Weiher besuchten. Wie er ausführte, ist dies die dritte Brücke an gleicher Stelle. Waren die Vorgängerinnen aus Holz, so hat man sich diesmal für eine dauerhafte Lösung entschieden, eine Brücke aus Stahl, die stilistisch schön sei und „die nicht wieder nach 20 bis 30 Jahren erneuert werden muss.“ Dass alles so wunderbar geklappt habe, dafür danke er allen Akteuren, auch den Mitarbeitern des THW für den Abriss der alten Brücke. Sein besonderer Dank galt den beiden Ministern Jo und der Stadtverwaltung für die finanzielle Unterstützung. Nun müsse man nur noch das Problem mit dem verbotenen Schwimmen im geschützten Weiher in den Griff kriegen. „Wenn ehrenamtlich tätige Kollegen Probleme haben, muss man helfen. Man schwätzt miteinander“, sagte Umweltminister Reinhold Jost.

12,5 Tonnen schwere Last

Hier sei eine wunderschöne Landschaft vorzufinden in einer der schönsten Ecken des Saarlandes. Das müsse als Aushängeschild erhalten werden. Und an Ortsvorsteher Roland Weber gewandt, meinte er mit einem Augenzwinkern, durch die Zuwendung des Umweltministeriums seien rund 95000 Euro eingespart worden, die könne er jetzt beim Oberbürgermeister geltend machen. Dieter Seufert, Bauleiter der Stadt, ging auf die technischen Details ein. Nach seinen Ausführungen hat die Brücke eine Spannweite von 19,5 Metern, ist zwei Meter breit und „könnte einen Panzer tragen.“ Der GFK-Kunststoffbelag besitzt Antirutscheigenschaft und ist glasfaserverstärkt. Man rechne mit 20 Jahren ohne Nacharbeit, da Sockel und Geländer besonders gut gegen Korrosion geschützt seien. Das Geländer ist den Vorschriften entsprechend erhöht, so dass auch Radfahrer die Brücke gefahrlos überqueren können. all

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