Die Kirche als Eventhalle

Bürgermeister Bernd Huf orientiert sich bei dem Plan an der Trierer Kirche St. Maximin

SPIESEN-ELVERSBERG Bernd Huf ist der erste parteilose Bürgermeister im Landkreis Neunkirchen. Er schaffte es trotz zweier Gegenkandidaten beim ersten Anlauf gewählt zu werden. „Unglaublich, ich hätte mit allem gerechnet, nur nicht mit diesem Ergebnis“, so der Verwaltungschef, der jetzt schon mehr als hundert Tage im Amt ist.

Trotz schwieriger Haushaltslage will er in seiner Gemeinde etwas bewegen und freut sich auf die anstehenden Aufgaben. Große Probleme hat er mit zwei Hallen (Glückauf-Halle und Langdell), die derzeit nicht genutzt werden können. Für die Nutzung der Glückauf-Halle gab es erfreulicher Weise schon Gespräche.

Aldi kann sich vorstellen, eine zweite Filiale in Elversberg zu eröffnen und zwar in Kooperation mit dm. Bauen müssen allerdings Investoren. „Bei der Investorensuche wären sie uns behilflich, vorausgesetzt, der Gemeinderat stimmt allem zu“, so die gute Nachricht. „Jetzt hoffe ich, dass der Rat zustimmt und dass wir einen Investor finden. Für die Infrastruktur in Elversberg wäre das wie ein Sechser im Lotto“, fasst Huf zusammen.

Dass der neue Bürgermeister vor Ideen sprüht, beweist sein weiterer Vorstoß, was eine Eventhalle für Elversberg betrifft. Hier möchte er gerne die denkmalgeschützte Kirche zu einer Sport- und Kulturhalle im Innenbereich ausbauen.

Orientiert hat sich der Verwaltungschef an der Kirche St. Maximin in Trier. Diese ehemalige Abtei-Kirche wurde in den 80er Jahren multifunktional eingerichtet. Sie dient den benachbarten kirchlichen Schulen als Aula und Turnhalle. Trierer Chöre und Orchester benutzen gern den großen Konzertsaal – auch die Stadt Trier, das Stadttheater und kommerzielle Konzertveranstalter nehmen St. Maximin immer wieder in Anspruch. Eine solche Nutzung durch die örtlichen Vereine und Schulen könnte sich Huf nach der Renovierung auch in seiner Gemeinde vorstellen.

Am vergangenen Wochenende hat er mit einer Delegation von Mitgliedern des Gemeinderates, des Ortsrates und mit Bürgern die ehemalige Abtei-Kirche in Trier besucht, um das Projekt schmackhaft und anschaulich zu machen, verbunden mit dem Ziel die städtebaulich prekäre Situation zu retten.

„Wenn das mit der Kirche funktioniert, erübrigt sich auch der Anbau einer Sporthalle an der Pestalozzischule, weil die Schule die Kirche als Veranstaltungs- und Turnhalle nutzen könnte.“

In Spiesen wird ein neuer Kindergarten gebraucht. Auch hier hat Huf eine Idee. Ihm schwebt eine Nutzung des Untergeschosses unter dem zukünftigen Edeka-Markt vor.

Klimatechnisch hat die Gemeinde ebenfalls Pläne. Es soll ein Radverkehrskonzept entwickelt werden. „Derzeit gibt es in der Gemeinde nur rund 500 Meter Radweg.“ Mit den Radwegen will der Bürgermeister die Mobilität innerörtlich verbessern. Weiter steht die Renaturierung im Mühlental an.

Kulturell muss die Gemeinde derzeit aus infrastrukturellen Gründen gewisse Einschränkungen hinnehmen. ma

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de