Die Enttäuschung überwiegt

Teilweise Erleichterung bei der kfd zum Stopp aus Rom bzgl. der Synodenumsetzung

TRIER Der Diözesanvorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) bewertet in seiner Sitzung die aktuellen Entwicklungen der Bistumssynode und die Konsequenzen für den Verband. Im März überreichte der Bundesverband über 131000 Unterschriften für eine geschlechtergerechte Kirche.

Die Rückmeldungen aus Rom zum Synodenprozess im Bistum Trier werden von den Vorstandsmitgliedern als herber Rückschlag empfunden.

kfd: „Rückschritt zur Priester-Zentriertheit“

Das „Nein“ zum geplanten Leitungsteam und die Betonung der Stellung des Priesters als „Hirte“ und Leiter der Gemeinde, gebunden an das Weihe-Amt, sind aus Sicht der kfd ein Rückschritt zur „Priester-Zentriertheit“ in der Kirche. Der Rat berät den leitenden Pfarrer, eine Mitbestimmung im Sinne von Mitentscheidung ist nicht vorgesehen. Zementiert wird die Macht des Priesters. Hier sah das „Trierer Gremien Modell“ eine gemeinsame Verantwortung und Entscheidungskompetenz vor.

Einige kfd-Mitgliederinnen waren mit Begeisterung und großem Engagement Synodale. Sie sahen, so Ulrike Hoffmann, kfd-Diözesanvorstandsmitglied, in dem neuen Leitungsmodell die Möglichkeiten, dass Frauen mehr Mitbestimmung und Verantwortung erhalten. Sie erlebt, dass die Kompetenz und Charismen der Laien aufgegeben werden und sich viele ehrenamtliche Frauen aus Enttäuschung zurückziehen.

Innerhalb des Frauenverbandes mit seinen 400 örtlichen Gemeinschaften, bestanden auch Ängste und Widerstände, dass in den großen geplanten Räumen ihre Arbeit und Gemeinschaft nicht weiterbestehen kann. Diese Sorgen konnten teilweise aufgearbeitet und ausgeräumt werden.

Die kfd versteht sich als Ort von Kirche und hat mit dieser Perspektive den Strukturwandel im Bistum im Rahmen des synodalen Prozesses aktiv unterstützt.

Wir bedauern, dass Rom eine Chance verpasst hat, sehen dies für unser Bistum als Rückschritt und werden uns als kfd verstärkt für Frauenorte in der Kirche einsetzen und lebendig halten, so Margot Klein, kfd-Diözesanvorsitzende.

Hintergrund

Am 21. Juni 2019 hat die kfd-Bundesversammlung das Positionspapier „gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche“ einstimmig verabschiedet.

Die kfd ist der festen Überzeugung, dass eine wirkliche Erneuerung der Kirche Jesu Christi nur gelingt, wenn Frauen alle Dienste und Ämter in der Kirche offenstehen.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 25000 Mitgliederinnen (davon 9000 Saarländerinnen) die größte Frauenorganisation im Bistum Trier. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen gibt es online unter www.kfd-trier.de.red./ti

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