Die dritte Dimension der Linie

Die Israelin Zipora Rafaelov stellt ihre Werke in der Städtischen Galerie aus

NEUNKIRCHEN Aus Papier, Fäden und Holz schafft Zipora Rafaelov fragile Arbeiten von hoher ästhetischer Qualität, bei denen die Grenzen zur Materialität verschwimmen. Ab Freitag, 24. August zeigt die national wie international beachtete israelische Künstlerin in der Ausstellung „Zipora Rafaelov – die dritte Dimension der Linie“ eine Auswahl ihrer Werke in der Städtischen Galerie Neunkirchen.

Zipora Rafaelov entwickelt ihre Arbeiten aus der Zeichnung heraus. Durch das Zusammenspiel von Schatten, Licht und Raum überführt sie die Zeichnung auf unterschiedliche Weise, aber in dennoch unverkennbarer Handschrift, ins Dreidimensionale. So erscheinen ihre Papierschnitte fast schwebend, wie komplexe Gespinste hauchzarter, verflochtener Linien. Freie Formen, Figuren und Gegenstände sind in ihren Papierarbeiten eng ineinander verwoben. Verborgen im Ornament, enthüllen sich die figürlichen Motive häufig erst auf den zweiten Blick.

Die Figuren in Zipora Rafaelovs Arbeiten sind vornehmlich starke, selbstbewusste und geheimnisvolle weibliche Akte, die wie Archetypen daherkommen, zugleich aber auch Züge der Künstlerin in sich tragen. Durch den Schattenwurf erhalten die Papierschnitte zusätzlich eine räumliche Ebene.

Im Fokus ihrer künstlerischen Arbeit stehen die Form, die Linie und das Licht als „bildhauerisches Material“. Besonders eindrucksvoll inszeniert Rafaelov die Wechselwirkung von Schatten, Licht, Linie und Raum in großen, aus unzähligen Fäden gespannten Raum-Installationen, die sie für den jeweiligen Ausstellungsort, so auch für die Städtische Galerie Neunkirchen, entwickelt.

Die Ausstellung ist bis zum 4. November in der Städtischen Galerie zu sehen. Öffentliche Führungen finden am Sonntag, 23. September, 14. Oktober und 4. November, jeweils um 15 Uhr statt.red./eck

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