„Die blinden Flecken der 68er Bewegung“

Vortrag von Wolfgang Kraushaar am 26. Oktober bei Pieper Bücher

SAARLOUIS Zum Vortrag „Die blinden Flecken der 68er Bewegung“ mit dem Hamburger Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar laden Kommkultur und Pieper ein. Die Veranstaltung findet am Freitag, 26. Oktober, 19 Uhr, bei Pieper Bücher am Großen Markt in Saarlouis statt.

Vor 50 Jahren begehrten die 68er überall gegen die Autoritäten auf und verlangten mehr individuelle Freiheit. Die Mythen, die aus ihrer Rebellion entstanden, sind noch heute vielfach ungebrochen.

Kraushaar problematisiert die vorherrschenden Deutungsmuster der 68er-Bewegung und betont zugleich, dass unsere Zivilgesellschaft kaum ohne ihre Impulse vorstellbar wäre.

Auch nach einem halben Jahrhundert gibt es noch immer viele offene Fragen, die einer klaren Deutung der 68er-Bewegung entgegenstehen.

Unter ihnen stechen einige besonders hervor: Welche Rolle spielten Pop- und Rockmusik als Multiplikatoren des Protests? Welchen Stellenwert besaßen neue Aktionsformen wie Happenings, Sit-Ins sowie Teach-Ins? Und welche Bedeutung kamen Militanz und Gewalt zu, die einerseits die Ziele der Protestierenden zu beschädigen drohten, andererseits aber auch zur Publicity ihrer Forderungen nicht unerheblich beigetragen haben?

Das alles wird von Kraushaar jenseits der üblichen Muster von Verdammung oder Idealisierung in einem Licht betrachtet, deren Scheinwerfer nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart stehen.

Als Ikone der wissenschaftlichen Aufarbeitung der „68er“ ist Kraushaar in Deutschland seit den 80er Jahren ein Begriff.

Kraushaar arbeitet seit 1987 als Politikwissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung. Im Zentrum seiner Forschungen stehen Protestbewegungen und der moderne Terrorismus. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen „Die Protest-Chronik 1949 – 1959“, „Frankfurter Schule und Studentenbewegung“, „Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus“ sowie „Die RAF und der linke Terrorismus“.

Karten (5 Euro) sind in der Pieper Buchhandlung erhältlich.

Info: www.kommkultur.com.

red./am

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de