Die Auswirkungen der Corona-Pandemie

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Mai im Landkreis Merzig-Wadern im Mai

MERZIG-WADERN Im Mai waren im Landkreis Merzig-Wadern 2851 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 158 mehr als im April. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 653 Arbeitslose mehr gemeldet (plus 29,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 5,1 Prozent um 0,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 1,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der mit ihr verbundenen gravierenden Einschnitte auf dem Arbeitsmarkt werden uns die nächsten Monate weiter begleiten und enorm herausfordern“, kommentiert Madeleine Seidel, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, die aktuelle Entwicklung.

„Auch wenn wir einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen haben, so profitiert unser regionaler Arbeitsmarkt aktuell noch von umfassenden Stützungsmaßnahmen. Kurzarbeitergeld ist eine wesentliche Säule zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Die hohe Inanspruchnahme zeigt, dass auf dieses Fundament momentan viele Unternehmen und Betriebe bauen.“

Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise

Landkreis St. Wendel: 4,1 Prozent,

Landkreis Merzig-Wadern: 5,1 Prozent,

Saarpfalz-Kreis: 5,8 Prozent,

Landkreis Saarlouis: 5,8 Prozent,

Landkreis Neunkirchen: 8,3 Prozent,

Regionalverband Saarbrücken: 10,6 Prozent.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 85 auf 1361 gestiegen. Das waren rund 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit bei 172, sie erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um elf. Sie lag um 74 über dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe „50plus“ lag bei 539. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 25 und gegenüber dem Vorjahr um 95 gestiegen.

Entwicklung in der Grundsicherung

Beim Jobcenter im Landkreis Merzig-Wadern waren im Mai 1490 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 73 mehr als im April. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 208 über dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Mai bei 161. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 21 und gegenüber dem Vorjahr um 56 gestiegen. 387 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber April um fünf erhöht und gegenüber Mai 2019 um 21 verringert.

Rund 36 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch lang-zeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Mai 536. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 15.

Stellenmarkt

Unternehmen der Region haben im Mai insgesamt 92 Stellen zur Besetzung gemeldet, vier weniger als im April und 85 weniger vor einem Jahr (minus 48,0 Prozent).

Seit Jahresbeginn wurden 702 offene Stellen gemeldet, rund ein Viertel weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen 684 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit 28,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Kurzarbeit

Im Mai haben im Landkreis Merzig-Wadern nochmals 45 Unternehmen für insgesamt 281 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet, deutlich weniger als zum Höhepunkt der Krise im April.

Im April hatten 746 Betriebe Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angezeigt. In diesen Anzeigen waren 8510 Beschäftigte angegeben. Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 998 Unternehmen der Region Kurzarbeit für 11645 Personen angemeldet.

Regionale Entwicklung

Geschäftsstelle Merzig (Kreisstadt Merzig, Mettlach, Perl, Beckingen): 1782 Arbeitslose (plus 454 zum Vorjahr), Arbeitslosenquote: 5,2 Prozent;

Geschäftsstelle Wadern (Stadt Wadern, Losheim, Weiskirchen): 1069 Arbeitslose (plus 199 zum Vorjahr), Arbeitslosenquote: 5,0 Prozent.

Ausbildungsmarkt

„Der Ausbildungsmarkt zeigt sich aktuell stabiler als der Arbeitsmarkt. Für zahlreiche B Bewerber eröffnen sich damit dieses Jahr leicht zeitverzögert durchaus positive Möglichkeiten. Trotz Corona-Krise halten viele Unternehmen und Betriebe an ihren gemeldeten Ausbildungsplatzangeboten fest, so dass es bis zum Ausbildungsbeginn im August/September gelingen kann, dass viele junge Menschen einen passenden Ausbildungsplatz finden“, erläutert Madeleine Seidel.

Im Landkreis Merzig-Wadern wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 555 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 66 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 308 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 17 weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Mai waren noch 354 Stellen unbesetzt und 149 Jugendliche unversorgt.

Top 10 der noch unbesetzten Ausbildungsstellen

Am häufigsten werden Auszubildende für folgende Berufe gesucht: Kaufmann/-frau im Einzelhandel (27),

Verkäufer/in (20),

Maschinen- und Anlagenführer/in (18),

Fachkraft Lagerlogistik (13),

Handelsfachwirt/in (12),

Metallbauer/in - Konstruktionstechnik (10),

Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk - Fleischerei (10),

Restaurantfachmann/-frau (10),

Industriekaufmann/-frau (10) und Kaufmann/-frau Büromanagement (10).red./ti

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