Die „alt Sproch“ an der Bushaltestelle

Uwerescher Mundart wird auf besondere Art und Weise gewürdigt

OBERESCH Dem ein oder anderen Spaziergänger, Autofahrer oder Fahrgast der Buslinie Niedgau-Express ist vielleicht schon die neu gestaltete Bushaltestelle in Oberesch aufgefallen. Die Oberescher Bürgerwerkstatt hat das Wartehäuschen am Ortseingang von Oberesch farblich aufgefrischt. Die Glasflächen wurden mit verschiedene Begriffe aus dem Uwerescher Wortschatz in bunten Farben beklebt.

„Die Idee ist im vergangenen Jahr im Rahmen der Vorbereitung auf den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ entstanden“, erklärt Ortsvorsteher Michael Engel. Bei den verschiedenen Treffen wurde Ideen gesammelt und daraus ein Leitbild für Oberesch entwickelt. In dem Leitbild wurde unter anderem die Förderung, der Erhalt und die Pflege der Uwerescher Mundart festgehalten.

Die „alt Sproch“ auf der Oberescher Bushaltestelle soll auch an die grenzüberschreitende Freundschaft zum französischen Grenzdorf Schwerdorff, Lorraine, France erinnern. Das lothringische Schwerdorff und Oberesch sind seit 1990 offiziell mit einer Jumelage partnerschaftlich verbunden. Die Beziehung zwischen den beiden Dörfern reicht aber schon viel länger in der Geschichte zurück. Eine jahrhundertealte weltliche und kirchliche Geschichte verbindet Oberesch und Schwerdorff. Aufgrund der bewegten Geschichte änderte sich zwangsläufig die Staatsangehörigkeit der hier lebenden Menschen mehrmals. Geblieben ist bis heute, die gemeinsame Sprache, die zwischenzeitlich grenzenlose Freundschaft, die die engagierten Oberescher Bürger auch für zukünftige Generationen in ihrem Heimatdorf bewahren möchten.

Ortsvorsteher Michael Engel bedankte sich bei den engagierten Bürgern für den ehrenamtlichen Einsatz für die Dorfgemeinschaft. Die verschiedenen „Uwerescher Wörter“ wurden von Marlene Lauer gesammelt. Die bunten Aufkleber hat Sébastien Haertter hergestellt und zusammen mit seiner Frau Julia Haertter die Bushaltestelle beklebt. Das Unternehmen Haertter Werbetechnik ist seit 2017 in Oberesch ansässig. Auch das Design der Bushaltestelle wurde in Oberesch entworfen. Der freiberuflichen Grafikdesigner Patrick Thalhammer hat die Uwerescher Wörter in Form gebracht. Ein großes Dankeschön ging auch an die Freiwillige Feuerwehr Oberesch, die die Bürgerwerkstatt bei der Reinigung der Bushaltestelle mit dem nötigen Wasserdruck unterstützt hat. red./mk

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