Deutlicher Anstieg der Artenvielfalt

Das landwirtschaftliche Biodiversitäts-Modellprojekt trägt bereits Früchte

CONTWIG Erfreuliche Ergebnisse gibt es für das landwirtschaftliche Biodiversitäts-Modellprojekt in der Gemarkung Contwig. Die gemeinsame Aktion der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Südwestpfalz, der Daniel-Theyson-Stiftung und dem Naturschutzbund (NABU) Zweibrücken, zeigt schon nach einigen Monaten einen deutlichen Anstieg biologischer Vielfalt bei Flora und Fauna.

Das gemeinsame Biodiversitäts-Modellprojekt trägt bereits Früchte. Ziel der gestarteten und auf fünf Jahre ausgelegten Maßnahmen auf zwei genutzten Ackerflächen des Landwirts Rolf Lehmann ist es, dem Artenverlust bei den heimischen Tier- und Pflanzenarten konkret entgegenzuwirken. Hierfür wurde im Frühjahr ein Hektar Blühstreifen neu angelegt, weitere vier Hektarflächen liegen seither bewusst brach und werden erst im Herbst gemulcht. Während der Vegetationsperioden übernimmt der NABU Zweibrücken das ornithologische Monitoring.

Blühstreifen sind Lebensraum

Die jetzt erfolgte Bestandsaufnahme des auf Nachhaltigkeit ausgelegten Projektes fiel bereits durchweg positiv aus. Die neu angelegten Blühstreifen haben sich bereits zum Lebensraum für eine artenreiche und vielfältige Insektenfauna und zu einer facettenreichen Nahrungsquelle entwickelt. Unter den zahlreichen Insekten in und über den Blühstreifen fallen insbesondere Bienen, Hummeln und Schmetterlinge auf, darunter sogar viele der sonst selten gewordenen Schwalbenschwänze.

„Die jetzt wieder unzähligen Insekten sind auch gleichzeitig ein umfangreiches Nahrungsreservoir für Reptilien, Vögel und Säugetiere“, freut sich Lehmann. Darüber hinaus zeigt der Brachflächenanteil im selben Zeitraum eine deutliche Zunahme an Pflanzenarten, die sich, allerdings erkennbar langsamer, entwickeln. Eine Ausdehnung des Projektes auf weitere Ackerflächen könnte daher dem generellen Problem der Insektenverarmung effizient entgegenwirken, betont der Landwirt.

„Die Saat unseres Projektes ist buchstäblich aufgegangen, alles blüht und ist voller Leben“ bringt es der Vorstandsvorsitzende der Daniel-Theyson-Stiftung, Gerhard Andreas, auf den Punkt. Die Stiftung, zu deren Förderzielen seit Gründung gerade auch die Unterstützung von Projekten zum Erhalt der Natur und Umwelt in der Südwestpfalz zählt, trägt die Gesamtkosten des engagierten Projektes von voraussichtlich 30000 bis 40000 Euro. Die organisatorischen Aufgaben obliegen der Unteren Naturschutzbehörde.rb

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