Der Weg zur Entwicklungshilfe

Verein „Kinderhilfe Chillan Lebach“ hat bisher acht Millionen Euro Spenden gesammelt

LEBACH Fast acht Millionen Euro an Spenden hat der Verein „Kinderhilfe Chillan Lebach e.V.“ in den letzten 40 Jahren gesammelt. Jetzt hat der Verein um Pfarrer Hermann-Ludwig Meiser und Monika Hoffeld sein Jubiläum auf dem Mariägeburtsmarkt in Lebach gefeiert – und weiter Spenden gesammelt. „Wir haben an den Geburtstagen immer große Aktionen gemacht“, erzählt Pfarrer Meiser, der mittlerweile im Ruhestand ist. „Wir haben drei Mal den größten Geldteppich der Welt gelegt und kamen dreimal ins Guinness-Buch der Rekorde.“ Zum zehnten, 15., 20. und 25. Jubiläum konnten die Besucher des Marktes Münzen spenden, die zusammen eine riesigen Teppich auf dem Boden des Lebacher Marktes bildeten; der größte maß über 450 Quadratmeter.

„In diesem Jahr mussten wir uns etwas Neues einfallen lassen: Wir bauen eine afrikanische Hütte“, sagt der Pfarrer. Das Holzgerüst dieser Rundhütte wurde im Ausbildungszentrum des Arbeitgeberverbandes Bau Saar entworfen und gebaut. „Die wird jetzt gemauert“, erläutert Meiser. „Wir verkaufen die Steine: ein kleiner Stein für 2,50 Euro, ein großer für 5 Euro. Heute Abend kommt das Dach drauf, das sind acht Teile. Wir haben größere Spender, die je 500 Euro für ein Dachteil gegeben haben.“

Das fertige Haus soll dann dem Kindergarten in Steinbach übergeben werden. Die Spenden, die durch den Verkauf der Steine und der Dachteile gesammelt wurden, kommen Projekten in Togo zugute.

In Togo hat die Kinderhilfe unter anderem ein Haus für Aids-Waise gebaut, wie Pfarrer Meiser berichtet: „Wir unterhalten Tag für Tag hundert Aids-Waisen, damit sie vernünftig wohnen und zur Schule gehen können.“

Zusammen mit Ordensschwestern unter der Leitung von Schwester Delphine Gafan, die zum Jubiläum nach Lebach kam, hat die Kinderhilfe auch ein Krankenhaus in einem Elendsviertel in Lomé, der Hauptstadt Togos, gebaut.

Daneben werden immer wieder neue Projekte an die Kinderhilfe angetragen. In einer Schule mit mehr als 200 Schülern finanziert der Verein vier weitere Lehrkräfte, um den Kindern eine angemessene Schulausbildung zukommen zu lassen.

Neben der Ausbildung stehen aber oft ganz grundsätzliche Bedürfnisse an erster Stelle, erzählt Pfarrer Meiser: „Als Monika und ich vor zwei Jahren in Togo waren, hat uns der Schulleiter erzählt – und man konnte es auch sehen –, dass viele Kinder morgens in die Schule kommen und nichts im Bauch haben. Das hat uns so erschreckt, weil das vor 40 Jahren unsere ersten Projekte in Chile waren: Kinder zu ernähren. Wir haben jetzt ein Speisezentrum gebaut. Alle Kinder bekommen jetzt drei Mal die Woche eine warme Speise.“

Begonnen haben Monika Hoffeld und Pfarrer Meiser vor 40 Jahren mit der Unterstützung von chilenischen Flüchtlingen, die in der Landesaufnahmestelle in Lebach lebten. Dann begannen sie, Projekte in Chile zu fördern. Mittlerweile hat sich der Schwerpunkt der Arbeit nach Togo verlagert.

Weitere Informationen gibt es online unter www.kinderhilfe-chillan.de. Ein Spendenkonto ist unter IBAN: DE77 5935 0110 0026 1507 14 bei der Kreissparkasse Saarlouis eingerichtet.red./ti

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