Der Preis geht an „Systemsprenger“

Der Gewinner des 9. Rohrbach-Filmpreises ist auch für den Oscar nominiert

NEUNKIRCHEN Der 9. Günter Rohrbach Filmpreis geht an an eine der aktuell spannendsten deutschen Produktionen: „Systemsprenger“. Dreh- und Angelpunkt des im Jugendhilfe-Kosmos angesiedelten Spielfilms ist die neunjährige Benni. Deren Biografie zeugt vom Scheitern jeglicher Integrationsbemühungen. Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule, sie hat alles durch und egal, wo man Benni hinsteckt: Sie fliegt sofort wieder raus.

Ein Film von großer gesellschaftlicher Relevanz, erklärte die Juryvorsitzende Margarethe von Trotta, deckt er doch schonungslos die Grenzen unserer pädagogischen Ansätze auf.

Regisseurin Nora Fingscheidt, von der auch das Drehbuch stammt, erhielt den Preis in Höhe von 10000 Euro gemeinsam mit den Produzenten Peter Hartwig und Jonas Weydemann.

Mit dem Preis des Oberbürgermeisters (2500 Euro) wurden die beiden Film-Editoren Julia Kovalenko und Stephan Bechinger für den Schnitt von „Systemsprenger“ ausgezeichnet. Und auch der Saarländische Rundfunk würdigte den Film, indem er Albrecht Schuch mit 5000 Euro auszeichnete, der den Vater Bennis spielt. Auch im Film „Atlas“ überzeugt er in dieser Rolle.

Als beste Darstellerin wurde Rosalie Thomass („Rufmord“ und als bester Darsteller Rainer Bock („Atlas“) mit einem Preisgeld von jeweils 3000 Euro geehrt.

Den Preis der Saarland Medien GmbH (3500 Euro) überreichte Ministerpräsident Tobias Hans an Frank Lamm. Als Kameramann zeichnet dieser verantwortlich für die gewaltige Bildsprache der „Deutschstunde“.

Als Moderator des Abend überzeugte auch in diesem Jahr Peter Lohmeyer, der wie im vergangenen Jahr locker-amüsant durch den Abend führte, es mit seinen kritischen Witzen teilweise aber übertrieb.

Und überschattet war der Abend vom Fehlen der Stars. Nach dem Glamour des vergangenen Jahres mit Iris Berben an der Spitze, fehlte dieses Mal nicht nur erstmals Günter Rohrbach krankheitsbedingt, sondern auch die Hälfte der Preisträger. eck

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