Der erste Eindruck zählt

Bewerbertraining an der Gemeinschaftsschule Marpingen

Marpingen. Wie bewerbe ich mich richtig? Welche Informationen sind notwendig, welche Angaben überflüssig? Wie gehe ich im Bewerbungsgespräch auf jemanden zu? Wann setze ich mich hin? Große und kleine Fallen lauern überall, will ich mich erfolgreich als junger Mensch um eine Stelle bewerben.

Diese Fallstricke schon frühzeitig zu erkennen und Fehler in der heißen Bewerbungsphase zu vermeiden, ist nicht nur für junge Leute eine große Herausforderung. Um Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf diese Situation vorzubereiten, organisierten Ute Redeker und Isabelle Göttert, Lehrerinnen an der Gemeinschaftsschule Marpingen, im Rahmen der schulinternen Berufswahlvorbereitung ein zweitägiges Bewerberseminar für die Stufe 9.

Infos und Tipps aus der beruflichen Praxis

Mit Florian Desbesell von der Barmer Krankenkasse war ein echter Experte auf dem Gebiet eingeladen. Von ihm erhielten die 15-16-Jährigen wertvolle Infos direkt aus der Praxis: Ob Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgespräch oder Auswahlverfahren – Florian Desbesell gab Hinweise aus erster Hand und bot unmittelbar im Anschluss die Möglichkeit, das Gelernte in einem Rollenspiel umzusetzen. So wurde ein nachgestelltes Bewerbergespräch gefilmt und anschließend mit den Schülerinnen und Schülern eingehend analysiert.

„Da braucht man meist nicht viel zu lenken. Die Schülerinnen und Schüler erkennen recht schnell selbst, wo sie sich adäquat verhalten haben und was noch zu verbessern wäre“, bemerkt Ute Redeker. Dabei gehe es nicht darum, spezifisches Verhalten explizit einzuüben, sondern sich in dieser besonderen Situation so zu verhalten, dass die sozialen und fachlichen Kompetenzen, die für das Unternehmen wichtig sind, erkennbar werden.

Soziale und fachliche

Kompetenzen zeigen

Selbstbewusstsein und Höflichkeit, Achtung sozialer Kontaktregeln und persönliche Authentizität können im Idealfall zusammengebracht werden. Es gelte daher, Sensibilität für verbale und nonverbale Kommunikationssignale zu erwerben und auszubauen, aber auch, die besondere Situation zu erfahren und das eigene Verhalten anschließend kritisch zu beurteilen.

Freiherr von Knigge wäre sicherlich begeistert, ging es ihm ja nicht nur um simple Verhaltensregeln, sondern insbesondere darum, das eigene Auftreten mit dem Gegenüber und der jeweiligen Situation selbstbewusst in Einklang zu bringen. Die Schüler zeigten sich jedenfalls begeistert. Die Zeit verging wie im Fluge und alle waren sich am Ende der beiden Tage einig: Von dem, was ihnen der pädagogisch versierte und hervorragend vorbereitete Referent beigebracht und mit ihnen eingeübt hat, werden alle nachhaltig profitieren – ob nach bestandenem Hauptschulabschluss, der Mittleren Reife oder dem Abitur.red./tt

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