Den Underdog klar geschlagen

VTZ-Handballer überrollen den TV Mülheim mit 38:29

ZWEIBRÜCKEN Die Leistungskurve der Oberliga-Handballer der VTZ zeigt weiter nach oben. Wie schon in der Vorwoche beim klaren Erfolg gegen den HC Dillingen/Diefflen, zeigen sie gegen den TV Mülheim, dass die Ideen des neuen Zweibrücker Trainergespanns erste Früchte tragen.

Mit 38:29 (19:12) schlagen sie den Underdog klar und überzeugend, auch wenn sie gerade in der Abwehr noch viel Luft nach oben haben. Zudem konnte mit dem Franzosen Loic Laurent ein Neuzugang präsentiert werden, der den kleinen Zweibrücker Kader vorerst mal bis zum Saisonende verstärken wird.

In der 14. Spielminute war es soweit. Neuzugang Loic Laurent, der im Winter frei wurde und bis dahin in Deutschland für den TuS Dansenberg auf Torejagd ging, wurde eingewechselt. Wenig später setzte er mit einem No-Look-Pass hinter dem Rücken Kreisläufer Erik Zilincik in Szene, der souverän abschloss.

Auch wenn ihm noch deutlich anzumerken war, dass er lange nicht gespielt hatte und noch die Bindung zum Spiel der VTZ fehlt, ließ er immer mal wieder seine Klasse aufblitzen. „Loic trainiert jetzt seit zwei oder drei Wochen bei uns mit. Jeder Sportler weiß, wie schwer es ist, wenn man lange nicht gespielt hat. Wir sind aber sehr froh ihn bei uns zu haben“, sagte Coach Philip Wiese nach der Partie. Laurent wird zunächst einmal die VTZ bis zum Saisonende verstärken.

Gegen den TV Mülheim zeigten sich die Zweibrücker sehr spielfreudig, ließen aber dafür in der Abwehr zu oft auch Zügel schleifen. So beschrieb TVM-Coach Hilmar Bjarnason die Partie später als einen „Tag der offenen Tür“. Beide Mannschaften hätten die Abwehrarbeit vernachlässigt. Auch Wiese, der dieses Mal die alleinige Verantwortung für die Geschicke seiner Mannschaft zu tragen hatte, weil Schumann wegen privaten Terminen nicht anwesenden sein konnte, sah es ganz ähnlich.

„Mit 29 Gegentoren bin ich nicht zufrieden. Bis zur Halbzeit war das noch ganz ok. In der zweiten Halbzeit haben wir aber im Angriff zu viele Bälle verloren und dann durch Gegenstöße, aber auch den linken Rückraum der Gäste einfach Tore bekommen. Das muss besser werden“, kritisierte Wiese. Besonders spielfreudig zeigten sich bei den Rosenstädtern vor allem Kapitän Martin Mokris, aber auch Kreisläufer Erik Zilincik. Das Duo steuerte insgesamt 18 Treffer zum klaren Heimerfolg bei und war kaum zu halten.

Von Beginn an drückten die Saarpfälzer ordentlich auf das Gaspedal. Als sie bereits 3:1 führten, waren gerade einmal erst 1:35 Minuten gespielt. Doch die Gäste aus Mülheim ließen sich davon nicht ins Bockshorn jagen und blieben auf Schlagdistanz. Als der gute Tom Paetow in der 14. Spielminute auf 9:5 erhöhte, hatte Gästetrainer Bjarnason genug gesehen und nahm eine Auszeit. In der Folge fing sich seine Mannschaft und verkürzte den Rückstand bis auf 10:8. „Wir haben dann eine Chance im Gegenstoß und anstatt auf 10:9 zu verkürzen, kriegen wir später das 11:8“, trauerte er der vergebenen Chance den Rückstand weiter zu verkürzen nach der Partie nach. Die VTZ übernahm jetzt die Kontrolle der Partie und hatte in der Phase in Yannic Klöckner einen bestens aufgelegten Schlussmann. Bis zur Halbzeit hatten sie den Vorsprung auf 19:12 ausgebaut.

Da auch in der zweiten Halbzeit beide Mannschaften der Abwehrarbeit nicht die höchste Priorität zukommen ließen, entwickelt sich eine sehr muntere Partie mit vielen Toren. Die Gastgeber konnten ihren Vorsprung sogar etwas ausbauen und zeigten sich im Angriff sehr ideenreich und effektiv. Die Partie war nach dem Treffer des starken Martin Mokris zum 24:14 (37.) früh entschieden. Zwischenzeitlich konnten die Hausherren den Vorsprung gar noch etwas weiter ausbauen, und das obwohl Wiese viel wechselte. Zumindest im Angriffsspiel kam kein wirklicher Bruch ins Spiel. Über 32:21 (47.) sicherten sich die Zweibrücker am Ende mit einem überzeugenden 38:29 beide Punkte.

Nach einwöchiger Fastnachtspause kommt es dann zum großen Stadtderby gegen den SV 64 Zweibrücken. Die Meisterschaft ist dem Ligaprimus bei sechs Punkten Vorsprung kaum noch zu nehmen. Dementsprechend geht der SV 64 auch als klarer Favorit in die Partie.

Die VTZ Saarpfalz, die in den letzten beiden Spielen gute bis sehr gute Ansätze gezeigt hat, kann nur mit einer Top-Leistung dem Tabellenersten gefährlich werden. Doch nach den letzten beiden Partien ist es zumindest nicht ausgeschlossen, dass die Überraschung gelingen kann. Wichtig wird sein, bis dahin Laurent weiter zu integrieren, als auch eine schnelle Genesung der angeschlagenen und verletzten Spieler.red./dos

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