Den Trost des christlichen Glaubens erfahren

Im Bistum Trier sind erstmals Ehrenamtliche zum Bestattungsdienst beauftragt worden

NEUNKIRCHEN Ursula Gluch, Monika Schula, Lioba Simon-Atzert, Dorothea Klesen und Hermann-Josef Wagner sind vom Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann zum Bestattungsdienst beauftragt worden. Sie können künftig im Auftrag des Bistums Trier Begräbnisfeiern leiten.

Die Besonderheit an der jetzt erfolgten Beauftragung ist die Tatsache, dass diese fünf Personen weder Priester noch Diakone noch hauptamtliche Seelsorger sind: Sie sind getaufte Christen und werden diesen Dienst als Ehrenamtliche übernehmen. Vorbereitet wurden die Fünf im Rahmen des Pilotprojekts des Bistums Trier im Dekanat Neunkirchen „Ehrenamtliche im Bestattungsdienst“.

„Die Toten zu bestatten ist ein Werk der Barmherzigkeit. Die Leitung der Begräbnisfeier kann von jedem Christen übernommen werden, der dazu bereit, geeignet und dafür qualifiziert ist“, erklärt Mechthild Schabo, Leiterin des Bereichs „Pastoral und Gesellschaft“ im Bischöflichen Generalvikariat (BGV), der Verwaltung des Bistums Trier. Schabo sagt, sie sei den fünf „Pionieren“, die zum ersten Mal im Bistum diese Ausbildung machen, sehr dankbar für ihre Bereitschaft für diesen so wichtigen Dienst.

Erst „Osterzeugenkurs“ – jetzt die Praxisphase

Wesentlicher Teil des Pilotprojekts war ein sogenannter Osterzeugenkurs, wie Pfarrer Olaf Harig, Leiter des Dekanats Neunkirchen, berichtet. Dort ging es zuerst darum, sich persönlich Sterben und Tod zu befassen und mit dem, was die christliche Botschaft dazu sagt, erläutert Harig die spirituelle Dimension.

Erst mit dieser persönlichen und theologischen Vergewisserung im Rücken konnten die Teilnehmer die Fragen beantworten: „Kann ich die Osterbotschaft von Tod und Auferstehung Jesu Christi bezeugen? Kann ich diese Botschaft in die Situation der Hinterbliebenen hinein übersetzen?“

Im nachfolgenden Werkstattkurs traten dann die eher handwerklichen Fragen in den Vordergrund: „Wie nehme ich Kontakt zu den Angehörigen auf? Wie führe ich ein Trauergespräch? Was muss ich bei der Vorbereitung einer Beerdigung bedenken?“

Wichtig war darüber hinaus die Begleitung durch Mentoren, unter deren Anleitung die jetzt Beauftragten bereits Begräbnisfeiern mitgestaltet haben. Sie stehen ihnen auch weiterhin als Ansprechpersonen zur Verfügung.

Vom gemeinsamen Auftrag her denken

Die Erfahrungen, die Gluch, Klesen, Schula, Simon-Atzert und Wagner jetzt machen, fließen in ein bistumsweites Rahmenkonzept für den Bestattungsdienst mit ein. Michaela Tholl, Leiterin des Arbeitsbereichs Ehrenamtsentwicklung im BGV, erklärt: „Gemäß der Bistumssynode sollen ehrenamtlich Engagierte bistumsweit die Möglichkeit haben, den Dienst und des Begräbnisleiters auszuüben. In den Vorgesprächen zu den Beauftragungen hat sich gezeigt, dass die Unterstützung von den hauptamtlichen Seelsorgern selbstverständlich gewährleistet wird. Das ist für mich ein schönes und wichtiges Signal für eine Kirche, die sich in den verschiedenen Diensten und Rollen vom gemeinsamen Auftrag her versteht.“

Bestattungsdienst als „Feld im Wandel“

Stefan Nober, im BGV in der Abteilung Pastorale Grundaufgaben für die Themenfelder Tod und Trauer zuständig, ergänzt: „Auch weiterhin werden selbstverständlich die Priester und Diakone beerdigen. Daneben gibt es in vielen Teilen des Bistums bereits seit langer Zeit Gemeinde- und Pastoralreferenten, die diesen Dienst tun. Dort, wo Ehrenamtliche im Bestattungsdienst tätig werden, wird das kirchliche Angebot an gut qualifizierten Personen in diesem Bereich nun noch größer.“

Er erlebe, dass der Bestattungsdienst ein „Feld im Wandel“ sei. Wenn neben den hauptamtlichen Seelsorgern künftig auch Frauen und Männer aus den Gemeinden zu diesem Dienst beauftragt werden können, führe das zu einer höheren Flexibilität.

Wegen der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie haben Gluch, Klesen, Schula, Simon-Atzert und Wagner die Beauftragungsurkunden des Bischofs nicht wie geplant in einem gemeinsamem Gottesdienst erhalten können, sondern „in kleinem Rahmen“ von den jeweils zuständigen Pfarrern überreicht bekommen. Die Erfahrungen des Pilotprojektes fließen in ein bistumsweites Rahmenkonzept ein, das im Herbst in den diözesanen Gremien vorgestellt und beraten werden soll. red./eck

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