„Demenz ist wie ein Kartenspiel“

50 Autoren schreiben für einen guten Zweck – Kurzgeschichte von Mariella Heyd

BLIESKASTEL Mit der Kurzgeschichte „Demenz ist wie ein Kartenspiel“ steuert die Saarländerin und Indie Autor Preis Gewinnerin 2017, Mariella Heyd, ihren Teil zu der Anthologie „Du fehlst – Geschichten von Leben und Tod“ von Petra Schaberger bei.

„Über das Sterben redet man nicht.“ So oder so ähnlich klingt eines der wohl bekanntesten gesellschaftlichen Tabus. Um nicht darüber zu sprechen, schreiben 50 Autoren und Autorinnen darüber und halten ihre Gedanken, Erfahrungen und Gefühle schwarz auf weiß fest. Auch wenn alle Geschichten ganz unterschiedlich und facettenreich von Leben, Trauer, Trost und Tod erzählen, so sind sich doch alle einig: Der letzte Weg sollte nicht totgeschwiegen werden. Im Gegenteil: Man sollte den letzten Auftritt auf dieser Welt unterstützen – dazu zählt neben der geistigen Auseinandersetzung mit dem eigenen Ableben und dem von nahestehenden und lieb gewonnenen Menschen auch die finanzielle Unterstützung, um beispielsweise letzte Wünsche erfüllen zu können.

Man trauert nicht nur um Verstorbene

Dass man nicht nur um Verstorbene trauern kann, zeigt Mariella Heyd mit ihrer Kurzgeschichte „Demenz ist wie ein Kartenspiel“, die sie als Puzzlestück dieser Anthologie versteht. Kann man wirklich nur dann vermissen und trauern, wenn jemand bereits verstorben ist? Nein. Demenz ist inzwischen für viele Angehörige von Betroffenen ein Begriff, der mit prägenden Erlebnissen verbunden ist. Als Gesundheits- und Krankenpflegerin durfte Mariella Heyd, die inzwischen im Zentralen Qualitätsmanagement der Victor’s Unternehmensgruppe arbeitet, während ihrer Berufspraxis unterschiedliche Aspekte dieser Erkrankungen kennenlernen. Oftmals vermissen die Angehörigen zum Beispiel ihre erkrankte Mutter, die ihr eigenes Kind nicht mehr erkennt. Der Mensch ist nicht mehr der, der er vor seiner Erkrankung war.

Genau zu dieser schmerzlichen Art des Vermissens und langsamen Abschiednehmens hat Mariella Heyd eine Kurzgeschichte verfasst, welche auch eine andere Seite der Krankheit beleuchtet. Diese macht deutlich: Wie so oft, ist es nur eine Frage der Perspektive, wie man eine Situation bewertet.

Gemeinsam Gutes tun und Hospizarbeit unterstützen

Gemeinsam mit Mariella Heyd erzählen 50 Autorinnen und Autoren wahre oder erdachte Geschichten über Trauer, Liebe, Verlust und widmen sie der guten Sache. Möglich wurde dies dank eines Wettbewerbs auf Blog Q5 der Quintessenz – Manufaktur für Chroniken. Aus 730 eingereichten Texten wählte eine dreiköpfige Jury, bestehend aus den Trauerbegleiterinnen Ayse Bosse und Christa Lübken sowie Projektleiterin Petra Schaberger, die 50 besten aus.

Für Thomas Klinger, Geschäftsführer der Manufaktur, und Ehefrau Petra Schaberger ist die Anthologie eine Herzenssache. Weitere Projekte dieser Art sind in Planung. Eigens hierfür gründeten die Heppenheimer den Q5 Verlag.

„Du fehlst“ – 50 Geschichten von Leben und Tod. Herausgeber Petra Schaberger, Ayse Bosse. Q5 Verlag, Heppenheim. ISBN 978-3-9819857-0-2. 19,99 Euro. Erhältlich im Handel oder auf www.q5-verlag.de.

60 Prozent des Verkaufserlös spendet der Q5 Verlag an den Hospiz-Verein Bergstraße sowie den Ambulanten Hospizdienst für den Landkreis Wittmund.

Kontaktdaten: Mariella Heyd, Blieskastel, Tel. (01577) 7090435, E-Mail mariellaheyd@gmx.de, www.mariellaheyd.de.red./dos

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de