Das zarte Wildkraut ist äußerst vielseitig

Naturpark-Wildkräuterküche im Sommer stellt die Vogelmiere vor

WEISKIRCHEN Die Vogelmiere ist vermutlich fast jedem als Gartenunkraut bekannt. Dieses Wildkraut, welches im Jahr fünf Generationen hervorbringt und bis zu 20000 Samen produziert, die zudem bis zu 60 Jahre keimfähig bleiben, ist kaum zu bändigen.

Anstatt den vermutlich aussichtslosen Kampf gegen die Vogelmiere aufzunehmen, lohnt es sich, es stattdessen als gern gesehenen Gast willkommen zu heißen. Sowohl kulinarisch als auch heilwirksam ist dieses zarte Wildkraut äußerst vielseitig nutzbar. Auch bei Hühnern und anderen Vögeln ist dieses Wildkraut sehr beliebt, welchen es seinen Namen verdankt.

Vogelmiere kulinarisch

Alle oberirdischen Teile der Vogelmiere sind essbar. Der milde Geschmack der Vogelmiere lässt aus ihr eine ideale Salatgrundlage schaffen. Im Ver-gleich zu Kopfsalat enthält sie neben vielen anderen wertvollen Inhaltstoffen doppelt so viel Kalzium, drei Mal so viel Kalium und Magnesium und sieben Mal so viel Eisen. In Kräuterquark, Kräuterbutter, Aufstrichen und grünen Smoothies ist sie ebenfalls eine schmackhafte Ergänzung. Auch gekocht lässt sich die Vogelmiere als Suppe, Füllung, Gemüsebeilage oder Spinat vielseitig verwenden.

Vogelmiere heilwirksam

Innerlich beispielsweise als Tee eingenommen, hilft Vogelmiere bei Lungenleiden, Husten, Hämorrhoiden, Rheuma, schützt vor grauem Star, senkt den Cholesterinspiegel und regt Stoffwechsel, Blutbildung und Verdauung an. Aufgrund ihrer blutreinigenden Wirkung ist sie zudem wirksam bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechten und Ekzemen. Äußerlich angewendet beispielsweise als Vogelmiere-Bad, -Öl, -Salbe oder Umschlag lindert Vogelmiere starken Juckreiz, Verbrennungen, Wunden, Geschwüre und entzündete Augen. Wertvolle Inhaltstoffe sind Aucubin, ätherisches Öl, Carotinoide, Eisen, Flavonoide, Gamma-Linolensäure, Gerbstoffe, Kalium, Kalzium, Kieselsäure, Magnesium, Saponine, Schleimstoffe, Selen, Vitamin A, B und C.

Boden und Standort

Die Vogelmiere ist im gesamten Naturpark zu finden auf nährstoffreichen, gestörten Böden wie Ackerflächen, Gärten, Wegrändern und Schuttflächen. Solange der Boden frostfrei ist, kann die Vogelmiere über das Jahr hinweg geerntet werden.

Weitere Infos gibt es zum Beispiel online unter www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/gewoehnliche-vogelmiere. Informationen über den Naturpark gibt es bei der Naturpark-Geschäftsstelle Hermeskeil, Tel. (06503) 9214-0 und E-Mail an in-fo@naturpark.org.

red./ti

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