„Das Homburger Völkchen ist äußerst liberal“

Siebenpfeiffer-Stiftung lädt ein zur Ferienführung mit Regina Wirth

HOMBURG Wo Siebenpfeiffer, als Gefangener in Ketten gelegt, seine letzte Nacht in Homburg zubrachte und wo genau Wirth im Nachthemd und mit der Schlafmütze auf dem Kopf und dem Gesetzbuch in der Hand geballter Polizeigewalt Widerstand leistete, wo der widerspenstige protestantische Dekan Weber – nach höchstpersönlicher Auffassung von Bayernkönig Ludwig I. „ein Wolf im Schafspelz“ – seinen Wein lagerte und wo sich die Homburger Bürger sammelten, um mit Pferdefuhrwerken zum Hambacher Fest zu fahren:

Episoden wie diese gehören mit zu dem Rundgang durch Homburg, zu dem am Donnerstag, 18. Juli, die Siebenpfeiffer-Stiftung einlädt. Die Exkursion gilt jenen Schauplätzen, an denen im Vorfeld des Hambacher Festes in den Jahren 1830 bis 1832 ein Stück deutsche Geschichte geschrieben wurde. „Das Homburger Völkchen ist äußerst liberal“ schrieb Georg Fein, Redakteur der Deutschen Tribüne in Homburg, 1832 in einem Brief an seine Mutter, und dieses Zitat ist auch das Motto der Stadtführung. Die Ferientour zu den einschlägigen Schauplätzen der Ereignisse um Siebenpfeiffer und Wirth wird aber keine gewöhnliche Tour durch das Stadtzentrum. Vielmehr erwartet die Teilnehmer eine inszenierte Kostümführung. Monika Link wird als Witwe Regina Wirth, also der Ehefrau von Johann Georg August Wirth, in zeitgenössischer Biedermeier-Bekleidung Revue passieren lassen, was sie in ihrer stürmischen Homburger Zeit zwischen 1832 und 1834 so alles erlebt hat, während ihr streitbarer Gatte die meiste Zeit in Zweibrücken hinter schwedischen Gardingen einsaß...

Die Teilnahme ist kostenlos, Ausgangspunkt ist um 18 Uhr am Siebenpfeiffer-Haus, Kirchenstraße 8.red./dos

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