„Damit Hilfe ankommt!“

Familienbüro der Caritas in Sulzbach eröffnet

SULZBACH Es gibt unzählige Unterstützungsleistungen für Familien. Die reichen unter anderem von Kindergeldzuschlag, über Wohngeld und Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bis zu ergänzenden Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II. Trotz bestehender Ansprüche werden diese materiellen familienpolitischen Unterstützungsleistungen aber oft gar nicht beantragt. Und genau hier setzt das neue Caritas Familienbüro in Sulzbach an. Mit gezielter Beratung soll der Zugang der Anspruchsberechtigten zu den finanziellen Familienleistungen verbessert werden. Und so heißt der Slogan des neuen Caritas-Familien-büros denn auch: „Damit Hilfe ankommt!“

Am vergangenen Freitag wurde das Büro im neuen „Haus der Beratung“ in der ehemaligen städtischen Begegnungsstätte Kompass eröffnet. Michael Groß, Direktor des Caritasverbandes Saarbrücken und Umgebung, begrüßte neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas-Gemeinwesenarbeit Sulzbach herzlich den Sulzbacher Bürgermeister Michael Adam und die Erste Beigeordnete Mary-Rose Bramer sowie Dr. Alexander Knauf und Gaby Jacquemoth vom Diözesan-Caritasverband Trier. „Wir haben mit dieser Einrichtung einen sozialpolitischen Ansatz und wollen präventiv gegen Familienarmut wirken“, betonte ­Jacquemoth.

Nach Angaben von Alexander Knauf gewinnt in Deutschland das Thema Kinderarmut in den letzten Jahren immer mehr an Brisanz. Kinder seien aber immer Teil einer Familie.

Um Kinderarmut zu abzubauen, müsse man deshalb bei den Familien ansetzen. Es gebe in Deutschland viele Unterstützungsleistungen für Familien. Allerdings gebe es neben Informationsdefiziten auch bürokratische Hürden und auch die Angst vor Stigmatisierung. Knauf „Im Familienbüro möchten wir diese Hürden abbauen und den Familien zeigen, wie sie die Unterstützung, die ihnen ­zusteht, auch bekommen ­können.“

Und wie das gehen soll, erläuterte Stefanie Schmidt von der GWA Sulzbach, die im Familienbüro arbeiten wird. „Wir wollen unsere bestehenden Kontakte unter anderem zu den Kitas und sozialen Diensten und auch unsere Netzwerke für die Kontaktaufnahme mit den Betroffenen nutzen“, so Schmidt. Außerdem wolle man Migrantinnen zu Multiplikatorinnen schulen.

Zudem seien Informationsveranstaltungen, Vor-Ort-Sprechstunden und auch Hausbeuche geplant.

Andreas Neumüller, der Leiter der Sulzbacher GWA machte deutlich: „Wir wollen hier im Familienbüro alle Menschen aus Sulzbach erreichen.“ Schließlich hätten alle einen Anspruch auf diese Leis­tungen.

Bürgermeister Michael Adam erinnerte an den hohen Stellenwert der Familien in unserer Gesellschaft und sprach mit Blick auf die Eröffnung des Familienbüros von einem „Tag der Freude“ für die Stadt und einem „ganz besonderen Projekt“. Der Verwaltungschef lobte die gute Zusammenarbeit mit der Caritas und speziell dem Team der Gemeinwesenarbeit.

Das Caritas-Familienbüro ist ein Modellprojekt des Caritasverbandes für die Diözese Trier und wird aus Mitteln der Stiftung Menschen in Not – Caritas Stiftung im Bistum Trier gefördert.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Auf Grundlage der im Modellprojekt erzielten Ergebnisse und des wissenschaftlichen Nachweises ihrer Wirksamkeit werden politische Forderungen für eine strukturelle Armutsbekämpfung und Armutsprävention formuliert. red./jb

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