Crossover-Projekt zum Jubiläum

Die Bergkapelle St. Ingbert feiert Geburtstag mit gigantischem Konzert und Festumzug

ST. INGBERT Schon der Geburtstag klingt monumental: 180 Jahre. Deshalb soll auch die passende Feier dazu mindestens genauso monumental sein, um im Geschichtsbuch der Bergkapelle St. Ingbert fettgedruckt erscheinen zu können und nicht als kümmerliche Fußnote dazustehen.

Mit 1500 Gästen rechnen Vorsitzender Reinhard Huy, Dirigent Matthias Weißenauer und Sabine Koch von der Event-Agentur Plan-events, wenn am Samstag, 17. August, über 250 Sänger und über 90 Musiker in der Industriekathedrale Alte Schmelz zwei epochale Werke aufführen: Die „Herr-der-Ringe-Sinfonie“ von Johan de Meij und Carl Orffs Gänsehaut-Werk „Carmina Burana“. Am Sonntag wird es noch ein Familienfest und Festumzug mit Musikkapellen, Knappenvereinen, historischen Gruppen, Schützenvereinen und Schulen ab 14.30 Uhr vom Kaufland-Parkplatz zur Alten Schmelz geben. Die Verbindung zwischen Orchester und Bevölkerung soll dadurch weiter gestärkt werden. Überhaupt geht es bei den Jubiläumsveranstaltungen um Verbindungen. Erstmals etwa kooperieren die Bergkapelle und Plan-events mit ihrer Eventhalle Alte Schmelz. Gestärkt wird auch die über Dirigent Weißenauer gehaltene Verbindung zum Staatstheater Saarbrücken, dessen Sopranisitin Valda Wilson, Bariton Peter Schöne und Schauspielerin Christiane Motter an dem Abend mitwirken. Auch Regisseurin Katharina Molitor ist mit dem Staatstheater Saarbrücken verbandelt. Sie machte bei der Pressekonferenz deutlich, dass man die beiden Werke „Herr der Ringe“ und „Carmina Burana“ hervorragend miteinander verbinden kann: Hier der Ring des Schicksals, da das Rad der Fortuna, beides verwoben durch das Mysterium des ewigen Wandels. Molitor nahm den Komponisten Orff beim Wort. Für ihn sind die Carmina Burana, die Beurer Lieder, „weltliche Gesänge für Sänger und Chöre, begleitet von Instrumenten und magischen Bildern“. Für Chöre, Sänger und Musiker hat der Gastgeber selber gesorgt. Weißenauer: „Wir haben letztes Jahr einen Aufruf gestartet für einen Projektchor, zu dem sich Mitglieder aus St. Ingberter Chören und von außerhalb gemeldet haben.“ Auch für die durch notwendige Doppelbesetzungen erforderliche Verstärkung der Bergkapelle haben Weißenauer und Huy gesorgt. Für die magischen Bilder und szenischen Übergänge hat Regisseurin Molitor ihre Ideen beigesteuert. Auf drei LED-Wänden wird es bewegte Bilder geben, Schauspielerin Christiane Motter schlüpft in verschiedene Rollen, taucht an unterschiedlichen Stellen der Halle auf, schafft Übergänge zwischen den Musikteilen und knüpft das Band zwischen Ring und Rad. „Fast die ganze Halle wird bespielt“, verspricht Molitor und ergänzt: „Es wird keine rein konzertante Sache, sondern eher eine Theaterkreation.“ Ein besonderer Leckerbissen erwartet die Besucher des Spektakels obendrein. Der Spanier Joaquin Asiáin leiht in der Carmina dem Schwan seine Stimme. Über 200 Mal hat der Tenor bereits in Europa in dieser Rolle geglänzt.

„Herr der Ringe“ und „Carmina Burana“

Die Carmina hat die Bergkapelle bereits 2004 und 2008 aufführen können. Dass sie es nun in einer besonderen Inszenierung heraus anpackt, ist so außergewöhnlich wie die gesamte Geschichte der Bergkapelle, die am St. Barbaratag 1839 begann, als die St. Ingberter Knappschaft von Königin Therese von Bayern eine Fahne geschenkt bekam, die mit einem Festzug präsentiert wurde. Insofern verbindet der Festzug am Familiensonntag auch hier den 180. Geburtstag als magischer Ring mit den Anfängen der Bergkapelle. Dass diese mit Matthias Weißenauer erst den siebten Kapellmeister hat, ist auch so eine magische Sache. Karten gibt es in allen Verlagsbüros von WOCHENSPIEGEL und DIE WOCH saarlandweit und unter www.WochenspiegelOnline.de/tickets.rk

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