Corona, Tourismus, Klimawandel

Bürgermeister Harth skizziert Herausforderungen und Projekte in Losheim am See

Losheim am See. Welche Maßnahmen zur Stärkung von Wirtschaft und Bildung die Gemeinde Losheim am See voranbringen sollen, erläutert Bürgermeister Helmut Harth in seinem Rück- und Ausblick zum Jahresauftakt:

Das vergangene Jahr stellte unsere Gesellschaft vor vollkommen neue Herausforderungen. Die Corona-Pandemie veränderte unser Leben, macht auch jetzt noch ungewohnte Maßnahmen und massive Einschränkungen des öffentlichen wie auch des Vereins-, Geschäfts- und Privatlebens notwendig. Im neuen Jahr gilt es weiterhin, die Gesundheit und Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger zu erhalten und zu fördern. Krisen können aber ebenso als Chance für einen Neuanfang gesehen werden. In Losheim am See blicken wir deshalb nicht bloß auf die Entwicklungen der vergangenen Monate zurück, sondern stellen parallel die Weichen für wichtige Projekte und Maßnahmen im Jahr 2021.

Losheim am See mit seinen rund 16 500 Einwohnern in zwölf Ortsteilen verbinden die meisten Saarländerinnen und Saarländer sicherlich mit dem namensgebenden Stausee. Die Gemeinde hat noch weitaus mehr zu bieten, verfügt über viele Premiumwanderwege mit Spitzenbewertung, einen starken Mittelstand, eine hohe Handwerker- und Ärztedichte, rege Handelsgeschäfte, attraktive Schulen und KiTas, große Einrichtungen für die Seniorenbetreuung, bedeutende Kulturveranstaltungen und ein aktives Wirtschafts- und Vereinsleben, kurzum die Gemeinde ist ein lebenswerter, lebendiger Wohn- und Arbeitsort für viele Menschen im Hochwald. Seit Jahren verzeichnet Losheim am See, entgegen des landesweiten Trends, keinen Bevölkerungsrückgang und keine Schuldenzunahme. Losheim am See wird gerne von naturbegeisterten Touristen aus ganz Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern besucht, gleichermaßen kommt dieser hohe Natur- und Lebenswert aber auch den Einheimischen zugute.

Weitere Aufwertung des Tourismusstandorts

Bildete die Umstrukturierung der Verwaltungsorganisation im Jahr 2020 eine der Kernaufgaben im Losheimer Rathaus, gilt das Augenmerk im neuen Jahr insbesondere der schrittweisen Umsetzung einer neuen touristischen Infrastruktur. So wird ab 2021 ein neuer Pächter für den Campingplatz am Seeufer gesucht, der das Areal zu einem modernen Campingpark weiterentwickeln soll.

Auch im Strandbad wird investiert. Nach der Erweiterung des Sandstrandes im vergangenen Sommer folgt der Neubau eines Bademeistergebäudes mit Erste-Hilfe-Station und Toilettenanlage. Ebenso wird der Parkplatz neu gebaut, eine neue Beschilderung im gesamten Seeumfeld eingeführt und die Beleuchtung des 5,2 Kilometer langen Seerundweges mit energieeffizienter Solartechnik erweitert.

Die größte und wichtigste Investition stellt der Neubau der Tourist Information dar. Sie ist die erste Anlaufstelle aller Gäste und dient als Aushängeschild der Tourismusgemeinde. Das neue Gebäude wird einerseits die Büroräume des Eigenbetriebes Touristik, Freizeit und Kultur umfassen, andererseits aber auch als Informations- und Besucherzentrum Gäste begrüßen. Gleichzeitig investiert Losheim am See in sein Wander- und Radwegenetz und wird die Attraktivität der Premiumwanderwege mit unterschiedlichen Maßnahmen gezielt fördern. Darüber hinaus schicken wir mit dem „Bergener“ einen aussichtsreichen Kandidaten in die Wahl zu „Deutschlands schönstem Wanderweg“, um ein weiteres Mal den Titel in die Gemeinde zu holen. In Kooperation mit der Tourismuszentrale des Saarlandes ist außerdem eine neue Großveranstaltung geplant: das Outdoor-Festival „Draussen am See“ mit einem vielfältigen Programm rund um Bewegung und Naturerleben. Aber auch mehrere Musikevents und Märkte befinden sich in Planung, sofern die Coronabestimmungen dies zulassen.

Losheim am See als Tourismusgemeinde blickt gerne über den Tellerrand hinaus. Deshalb wird die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und dem Landkreis Merzig-Wadern großgeschrieben. Ein freundschaftliches Verhältnis bringt viele Synergieeffekte mit sich und eröffnet für alle Beteiligten Chancen auf eine enge Kooperation, um gemeinschaftlich den Herausforderungen der kommenden Jahre gewachsen zu sein.

Das Ende 2020 gestartete Pilotprojekt „Losheim lebt gesund“ könnte derzeit aktueller nicht sein, zumal die Schließung des Losheimer Krankenhauses zum Jahresende einen Dämpfer für die medizinische Notfallversorgung im nördlichen Saarland darstellte. Weitergehen soll es am Standort mit einem neuen Ansatz, der sich in Richtung Altersmedizin und moderner Betreuungsangebote orientiert.

Interkommunale

Zusammenarbeit und

zukunftsweisende Projekte

Das Thema Gesundheit wird nun erst recht in der Gemeinde gefördert und weiterentwickelt. Mit dem Pilotprojekt möchte Losheim am See gemeinsam mit starken Partnern wie PuGiS e.V. und der IKK Südwest zu einer Modellgemeinde für Prävention und Gesundheit im Saarland werden. Ein maßgeschneidertes kommunales Gesundheitsmanagement wird in den kommenden Monaten gemeinsam mit Akteuren und Ehrenamtlichen vor Ort ins Leben gerufen. Durch entsprechende Angebote soll die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde nachhaltig aktiv gefördert werden.

Fairer Handel und faire Arbeitsbedingungen sowie hochwertige regionale Produkte liegen Losheim am See am Herzen. Seit 2020 ist die Gemeinde Mitglied bei der Regionalinitiative „Ebbes von hei!“ und unterstützt dadurch Produzenten und Produkte aus dem Hunsrück-Hochwald. Regionale Wirtschaftskreisläufe und regionale Wertschöpfung sind eine mögliche Antwort auf Globalisierung und Internethandel.

Mit der offiziellen Zertifizierung als Fairtrade-Kommune am 20. Januar ist zudem ein Schritt getan, um das Bewusstsein für den Fairtrade-Gedanken zu etablieren. Unternehmen, Institutionen, Vereine und Bildungseinrichtungen sollen hierfür gewonnen und die Bevölkerung durch Aufklärung und Aktionen zum Kauf von fairen Produkten und fairem Verhalten motiviert werden.

Dieser Gedanke ist nicht neu in der Seegemeinde, denn bereits seit vielen Jahren betreibt die Aktion 3. Welt Saar einen eigenen Weltladen im Herzen Losheims und ist mit vielfältigen Veranstaltungen und Informationsangeboten aktiv. Auch der Partnerschaftsverein Konga e.V. setzt sich schon lange für faire Arbeits- und Lebensbedingungen bei den Regenwaldvölkern im Kongo-Tshuapa-Gebiet ein. Nun gilt es, das vorhandene Wissen und Engagement zu bündeln und weitere Akteure aus der Gemeinde einzubinden.

Eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre ist zweifelsohne der Klimaschutz bzw. der Umgang mit den Klimawandelfolgen. Losheim am See will geeignete Konzepte und Maßnahmen entwickeln, um auch innerhalb der Gemeindegrenzen die Weichen für eine energieeffiziente, klima- und umweltschonende Lebensweise und Mobilität zu fördern. Ergänzend wird die Dorferneuerung und Gewässerrenaturierung vorangetrieben und der Flächennutzungsplan weiterentwickelt. Neue Baustellen werden aktiviert und die Gemeinde kauft verschiedene Grundstücke an, um diese in eine städtebauliche Gesamtplanung zu integrieren. Flankiert werden diese Infrastrukturprojekte durch vielfältige Baumaßnahmen, den Endstufenausbau sowie die Kanalsanierung und den Breitbandausbau und die Sanierung der Hallen- und Bürgerhäuser. Schwerpunkt wird im Jahr 2021 überdies die Digitalisierung der gemeindeeignen Bildungseinrichtungen sein. Durch die Mitgliedschaft beim saarländischen „DigitalPakt Schule“ investiert Losheim am See in die IT-Bildungsinfrastruktur, wovon vor allem unsere Schülerinnen und Schüler durch die Qualitätsverbesserung des Unterrichts im Bereich digitaler Grundausstattung und moderner Informationstechnik profitieren sollen. Gleiches passiert in unseren Kindertagesstätten. Hier wird das Angebot erweitert und aufgewertet. Auch die Qualitätsmanagemententwicklung ist in vollem Gange. Hierdurch werden unsere kleinsten Bürgerinnen und Bürger gefördert und die Familien entlastet.

Viele spannende Herausforderungen in den kommenden Monaten für die Gemeinde Losheim am See.

Entscheidend ist jedoch in diesem Zusammenhang auch, dass Perspektiven für die Zeit nach den coronabedingten Einschränkungen aufgezeigt werden. Es handelt sich hierbei um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gelöst werden kann, indem wir als Solidargesellschaft zusammenhalten, um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden.

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