Corona durchkreuzt Fechter-Pläne

Die VTZ-Musketiere blicken auf ein äußerst durchwachsenes Sportjahr 2020 zurück

ZWEIBRÜCKEN Gespannt sind die Fechter der Vereinigten Turnerschaft Zweibrücken (VTZ) auf den Wiederbeginn des Turnierbetriebs im Wettkampfjahr 2021. Ausgesetzt durch die Corona-Pandemie und den neuen Lockdown geht der Stillstand in den Trainingshallen und Wettkampfstätten für die erfolgreichen Athleten in der Saison 2021 weiter.

Sportlich hatten sich in der Wettkampfsaison 2019/2020 die VTZ-Musketiere mit dem Florett als Nummer Eins des Südwestdeutschen Fechtverbandes (SWFV) mit den meisten Teilnehmern des Verbandes für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Mit der Umstellung der Altersklassen durch den Deutschen Fechter- Bund (DFB) nach den Sommerferien 2019 und Beginn der neuen Wettkampfsaison hatten sich die Zweibrücker schon rechtzeitig auseinander ­gesetzt.

Strukturreform

Nach der Strukturreform wurden mit den Landesqualifikationsturnieren in den Waffen Florett und Degen auch internationale Turniere für die Rangliste für Punkte herangezogen. Für die Schüler nun U9 Mia Paul, Emma Rossbach, Aaron Strickler, Flynn Wilhelm, Luca Zunino und B- Jugend nun U13 Fechterin Clara Wahlheimer war es nur ein Jugendtraum nach der Turnierreifeprüfung im März 2020 an Wettkämpfen teilzunehmen und sich mit dem Florett die Klingen zu kreuzen.

Mit großem Wettkampfeifer wurde der Wunsch von Fynn Lehner als Ranglistenerster bei der U 13 DM-Primäre im Mai 2020 in Düsseldorf im Vorfeld erfüllt. Mit den 70 besten Nachwuchsfechtern der Nation auf der Planche zu stehen war auch für den amtierenden Saarlandmeister die DFB-Absage eine große Enttäuschung. Ein kleiner Trost, dass trotz Altersverschiebung er in der neuen aktuellen Rangliste vor seinem Vereinskameraden Paul Goldmann die Liste anführt. Eine ausgezeichnete Ausgangsposition für die beiden VTZler.

Trotzdem unvergessliche Erlebnisse

Große Hoffnung setzte man auf die A-Jugend, Junioren und Aktiven Turnierberechtigte Charlotte Buchholtz, die bei der neuen U17, U20, Senioren Regelung je den ersten Ranglistenplatz belegt und die gesamten SWFV-Amazonen beherrscht. Mit dem Start an den internationalen Turnieren war die Teilnahme im Februar 2020 in Bochum beim U 20- Weltcup-Florett-Turnier ein unvergessliches Erlebnis. Die Helmholtz-Schülerin stand mit Weltspitze-Fechterinnen auf der Bahn, die um Punkte für EM, WM und Olympia ­kämpften.

Sichtlich enttäuscht war man im VTZ-Fechterlager, als im Juni 2020 der Deutsche Fechter-Bund die Übergangsregelung für die Deutschen Meisterschaften 2020 an Abteilungsleiter und Trainer Volker Petri an die Trainerassistenten und qualifizierten Jugendlichen ausgehändigt hatte. Durch die Corona- Pandemie konnten die Deutschen Meisterschaften in der Saison 2019/2020 nicht zu den vorgesehenen Terminen stattfinden.

Die Deutschen-Jugendmeisterschaften (U20, U17, U15, U13) der Saison 2019/2020 entfielen in allen Waffen ersatzlos und werden nicht nachgeholt.

Die Ranglistenerste Charlotte Buchholtz war im Einzelwettbewerb bei der U 17, U20 und Senioren starberechtigt. Die VTZ-Ranglistenzweite, Renja Rubel hätte bei der U 17 und U 20 ihre erste DM Fechten können. Im Mannschaftswettbewerb wäre die dritte der Rangliste, Nele Engelmann bei U 17 und U 20 mit den zwei Einzelfechterinnen mit im Team dabei gewesen. Zu den drei Florettakteuren hätte Svenja Voigt im Teamwettbewerb bei den Aktiven (neu Senioren) die VTZ-Mannschaft ergänzt.

Großer Aufwand

Auch der seit Jahren bei den Deutschen Meisterschaften anwesende Junioren-Linkshänder Emil Knerr hatte als Ranglistenzweiter bei der U 20 Meisterschaft das Ticket für die Teilnahme erneut erkämpft. Der Aufwand bei großen Turnieren Punkte sammeln wurde nicht belohnt. Doch dafür legte der Hofenfels- Abiturient trotz ansträngenden Wettkämpfen eine ausgezeichnete Abschlussprüfung hin.

Auch die engagierte VTZ- Fechterin Svenja Voigt versteht es, mit Florett und Degen umzugehen. Letztlich hat sie sich für den Degen entschieden und fand bei den Ranglistenturnieren die bessere Voraussetzungen. Trotz großer Konkurrentinnen aus Friesenheim verteidigte die VTZ-Athletin ihren zweiten Platz in der Südwestdeutschen Rangliste erfolgreich. Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Leipzig konnte auch am Ende dieses Jahres wegen der Corona-Krise nicht nachgeholt werden.

Keine Qualifikationsturniere

Die ehemaligen Senioren Tobias Petri Altersklasse 40 und Vater Volker Petri AK 70 sind international nun auch national als Veteranen in der Altersklasseneinteilung eingestuft. Der Lockdown hat als erste Maßnahme des DFB im März zur Absage der geplanten deutschen Veteranen- Einzelmeisterschaften in Bad Dürkheim mit mehr als 350 Teilnehmern geführt. Auch fanden keine Qualifikationsturniere für die WM 2020 statt.

Tobias Petri der mehrmalige Südwestdeutsche Meister und Starter bei den Europa-Meisterschaften in Cognac Frankreich 2019, focht mit dem Florett einen zufriedenen Einstand. Unter den Top Zehn der DFB Rangliste wurde er Neunter bei dem letztjährigen Turnier. Florett-Fechter Volker Petri, ehemaliger Vize-Weltmeister, Europameister im Einzel und Vize mit der National Mannschaft in Ungarn und Wien, dazu vielfacher Deutscher Meister in den verschiedenen Seniorenklassen, freute sich mit Bronze vor der Corona-Krise bei der letzten DM in Bad Dürkheim.

Volker Petri ist zuversichtlich für die Zukunft und weiterhin auf eine erfolgreiche VTZ-Fechtabteilung. Mit 20 Startern bei den Deutschen Meisterschaften gehören sie zum Aushängeschild der VTZ und Stadt Zweibrücken. Eine schöne Geste erfreute die Mitglieder, als ein neugeborenes Mädchen vom Opa gleich in der Fechtabteilung angemeldet wurde. Volker Petri hat sich schon die erste Lektion in sechs Jahren bei der Minigruppe ausgedacht. red./dos

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de