Buntes Treiben in der Zweibrücker Innenstadt

Das Straßentheater-Spektakel lockte Hunderte Besucher in die Rosenstadt

ZWEIBRÜCKEN Ehrerbietig, mit Kratzfuß, verneigte sich der Ober vor seinen Gästen, die an einem der zierlichen Tische im Wasser-Café „Schönes Wasser“ Platz genommen hatten. Laut Menükarte konnten sie Wasser in 54 Sprachen rund um den Globus wählen. In einer Zeremonie kredenzte der Ober das köstliche Nass stilvoll aus unterschiedlichen Glaskaraffen oder versetzte das Wasser mit einer Glocke in eine besondere Schwingung.

„Wir wollen zeigen, dass Wasser kostenfrei sein muss, entschleunigen und Bewusstheit für die Wertschätzung für dieses so wichtige Gut wecken, auf unterhaltsame Art und Weise“, erklärte Schauspieler Torsten Blumk. Das Wasser-Café und auch die anschließende Mundartlesung des Zweibrücker Schriftstellers Wolfgang Ohler boten auf dem Herzogplatz das Kontrastprogramm zu dem bunten, lauten Treiben in der Zweibrücker Innenstadt. Der jährliche Blumenmarkt schuf eine farbenfrohe Kulisse. Fast wie am Stadtfest fluteten Zweibrücker und Gäste die Innenstadt, um sich von den kuriosen, witzigen, skurrilen Figuren beeindrucken und unterhalten zu lassen.

Die swingende Jazz-Band Brass2Go ließ sich vor Frauen auf die Knie, um ihnen mit „You are my Sunshine“ oder „Pretty Woman“ ein Muttertagsständchen zu spielen. „Das macht gute Laune“, strahlten Marzena Zajonz und Ehemann Raphael. Mit immer wieder neuen Späßen unterhielt die „Kleinste Feuerwehr der Welt“, die an jeder Ecke vor allem Kinder in ihr munteres Spiel mit einbezog. Auch die Künstler spielten miteinander, wenn sie sich begegneten. So kuschelte das bayerische Kamel Kamelita nicht nur mit den Rollstuhlfahrern und ließ sich von den Vorbeigehenden kraulen, sondern auch mit dem Feuerwehrmann auf der Leiter.

Weithin sichtbar waren die Weltenläufer, die die Erdkugel wie einen Heißluftballon auf Stelzen durch die Menge trugen. Da hatte sie auch der Navigator der dreiköpfigen Gruppe F.I.S.H. erspäht. Er erinnerte gemeinsam mit dem Schiffskoch und dem Kapitän in fahrenden, bunt bemalten Fischen an die Stadt am Wasser.

„Heimat/en“ hieß in diesem Jahr das Motto des beliebten Kultur-Events, das immer wieder Tausende Besucher in die Zweibrücker City lockt. Nach dem verregneten Samstag genossen die Menschen die Sonne und die Außengastronomie und ließen die bunte Parade an sich vorbei ziehen. Bereitwillig öffnete sich die Menge, um Platz für „Les Wagonotes“ als „Rollende Zeit“, ihre Musik und Tänze zu machen. Währenddessen unterhielten die Zweibrücker Stadtkapelle sowie Saar-Pfalz-Winds auf der großen Bühne am Alexandersplatz. Hier konnten zum Finale noch einmal alle Walk-Acts und Straßenkünstler gemeinsam bewundert werden. cvw

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