Bummel durch die Museen

Am Osterwochenende in das Forum Alte Post und in das Stadtmuseum

PIRMASENS Das lange Wochenende über die Osterfeiertage bietet eine gute Gelegenheit, ausgiebig durch die beiden Pirmasenser Museen zu schlendern, die aktuell eine sehenswerte Doppelausstellung zeigen.

Im Forum Alte Post – mit Bürkel-Galerie und Hugo-Ball-Kabinett – ist aktuell die Sonderausstellung „Der Zeit voraus: 100 Jahre Bauhaus“ zu sehen. Dem eindrucksvollen 100. Geburtstag der von Walter Gropius 1919 gegründeten Kunstschule Bauhaus widmet sich die Wechselausstellung im Forum Alte Post. Die Besucher begeben sich auf eine architektonische Spurensuche durch Pirmasens und seiner französischen Partnerstadt Poissy. Die Ausstellung ist komplett doppelsprachig deutsch-französisch gehalten.

Ein zweiter Ausstellungsteil verknüpft zudem die Bauhaus-Geschichte mit der sich zur gleichen Zeit entwickelnden Dada-Bewegung, deren Begründer Hugo Ball 1886 in Pirmasens geboren wurde. Sein Leben und Werk beleuchtet das Forum Alte Post in der interaktiven Dauerausstellung Hugo-Ball-Kabinett. Anhand ausgewählter Beispiele vermittelt „Der Zeit voraus: 100 Jahre Bauhaus“ so den Stellenwert, den das Bauhaus bis heute hat.

Das Forum Alte Post ist bis Ostermontag, 22. April, jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen im Internet unter www.forumaltepost.de

Ebenfalls lädt das Stadtmuseum Altes Rathaus zur Ausstellung „Zwischen den Weltkriegen“ mit einer Darstellung der Stadtgeschichte ein. In welcher Zeit trafen die Bürger von Pirmasens auf den Bauhaus-Gedanken, was bewegte sie und wie meisterten sie den Alltag? Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg waren von vielen Entbehrungen und Umschwüngen gekennzeichnet. Diejenigen, die bei der Regierung das Sagen hatten, bestimmten den politischen Diskurs, sie organisierten die Lebensmittelrationen und versuchten, ein normales Leben wiederherzustellen. Inflation und Arbeitslosigkeit trugen dazu bei, dass die Menschen verunsichert waren und nach einer politischen Neuausrichtung suchten.

Hier müssen schon die Anfänge des Nationalsozialismus beachtet werden sowie die schwere Zeit der Separatisten in der Pfalz und insbesondere in Pirmasens mit dem tragischen Ende des Brands des Bezirksamtes. Gleichzeitig sollte aber auch die Hinwendung zur Kultur, dem Vereinsleben und der Heimatkunde den Kriegsverlierern neue Perspektiven aufzeigen: sich auf die Region besinnen, die Tradition ehren, Werte schaffen und so auch Denkmäler wie den Schusterbrunnen und das Bismarckdenkmal in der Öffentlichkeit als sichtbares Zeichen verankern. So fallen in diese Zeit die Einrichtung der Realschule und Landwirtschaftsschule, der Bau der Zeppelin- und Streckbrücke, des Stadtbades, die Anlage eines neuen Friedhofs, die Grundsteinlegung von St. Anton und die Errichtung der Bauhilfe.

Das Stadtmuseum Altes Rathaus ist bis Ostermontag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.pirmasens.de/stadtarchiv.

Ein Kombiticket, das den Besuch beider Ausstellungen ermöglicht, ist an den Kassen erhältlich. red./dos

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