Buddeln statt Planschen

Corona: Das blau bleibt diesen Sommer zu & beginnt stattdessen mit Umbaumaßnahmen

ST. INGBERT Das blau bleibt zu: In ihrer aktuellen Aufsichtsratssitzung hat sich die Bäderbesitzgesellschaft St. Ingbert (BBI), die die Wasserwelt „das blau“ mit Hallen- und Freibad betreibt, angesichts der Pandemiesituation gegen eine Öffnung des Freibads in diesem Sommer entschieden. Ausschlaggebend sind vor allem Bedenken, ob die notwendige Sicherheit von Badegästen und Mitarbeitern im Freibadbetrieb garantiert werden kann. Die Zeit wird man stattdessen nutzen, um die geplanten Baumaßnahmen am Frei- und Hallenbad – immerhin Investitionen über 6,5 Millionen Euro – früher zu beginnen und abzuschließen.

Hubert Wagner, Geschäftsführer der Bäderbesitzgesellschaft St. Ingbert, betont bei einem Termin vor Ort, dass den Verantwortlichen die Entscheidung nicht leicht gefallen sei: „Uns ist klar geworden, dass eine Freibadsaison, wie sie unsere Besucher bisher kannten, unter den aktuellen Umständen nicht möglich wäre. Die Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen ist gerade bei jüngeren Badegästen schwer zu gewährleisten, es wäre eine sehr große Disziplin im Schwimmbecken und auf den Liegewiesen erforderlich. Wir haben Bedenken, ob ein kontaktloses Baden überhaupt möglich ist und wollen kein Risiko eingehen“, so Wagner.

„Eine Öffnung macht für uns keinen Sinn, man wird in diesem Sommer keinen Spaß im Freibad haben“, prognostiziert auch Jeremy Wendel, Aufsichtsratsvorsitzender der BBS.

„Die Corona-Verordnung der Landesregierung sieht vor, dass jedem Besucher zwischen 15 und 20 Quadratmeter Platz zustehe. „Wir haben an Spitzentagen bis zu 3500 Gäste. Nun sollen es höchstens 420 werden“, verdeutlicht Hubert Wagner weiter. Rund 320000 Besucher zählt das attraktive Bad pro Jahr.

Wirtschaftliche Gesichtspunkte spielten keine Rolle

Wichtig ist Wagner aber auch zu betonen, dass wirtschaftliche Gesichtspunkte bei der Frage nach Öffnung oder Schließung keine Rolle gespielt haben.

Die Entscheidung, nicht zu öffnen, sei für ihn die schwerste „in den letzten 30 Jahren gewesen“, so Hubert Wagner abschließend.

Für die 33 Beschäftigten wurde Kurzarbeit beantragt und genehmigt.

Stillstand wird über die Sommermonate trotzdem nicht herrschen im blau.

„Die geplanten Baumaßnahmen am Frei- und Hallenbad, die parallel laufen, werden um mehrere Monate vorgezogen, um unseren Gästen im Frühjahr 2021 ein neu gestaltetes Freibad zu präsentieren“, wirft Hubert Wagner einen Blick in die Zukunft.

„Konkret bedeutet das, dass die Baumaßnahmen im Freibad mit der Erneuerung des Sanitär- und Umkleidebereichs sowie des Eingangsbereichs bereits Mitte Juni statt wie ursprünglich geplant erst Mitte August starten sollen“, lässt der verantwortliche Architekt Sven Schroll wissen.

Gerade lärm- und staubintensive Abbrucharbeiten können so in der Stillstandphase ohne Besucherbetrieb vorgenommen werden. Im Hallenbadbereich will man den Start der bis 2022 geplanten Baumaßnahmen, bei denen ein Lehrschwimmbecken, ein neues, erweitertes Kinderplanschbecken sowie eine zusätzliche Rutsche entstehen werden, um fast drei Monate vorziehen.

Der Clou an der neuen Rutsche: Sie kann sowohl im Außen- wie im Innenbereichs des Bades genutzt werden und verfügt über zwei Röhren.

Während dieser Arbeiten wäre ein Badebetrieb im Hallenbad mit gewissen Einschränkungen durch Lärm möglich.

Es bleibt also die Hoffnung auf eine Wiederöffnung des Hallenbads in absehbarer Zeit. Ein entsprechendes Hygiene- und Sicherheitskonzept wurde intern schon erarbeitet, es sieht unter anderem maximal 186 Besucher gleichzeitig vor – im früheren Normalbetrieb besuchten bis zu 1200 Gäste pro Tag das Hallenbad. Hubert Wagner: „Wir beobachten die aktuelle Lage genau und werden je nach Entwicklung über eine Öffnung entscheiden und informieren.“jj

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de