Bronze für die Wendalinuskapelle

Tafel erinnert an private Förderung

LUDWEILER Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte für die Restaurierung des Innenraums der Wendalinuskapelle in Ludweiler-Warndt dank der Lotterie GlücksSpirale 14 000 Euro zur Verfügung.

Nun erreichte Robert Müller, den ersten Vorsitzenden der Patengemeinschaft Wendalinuskapelle e.V., zur Erinnerung an die gelungene Restaurierung eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Dadurch bleibt das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar und kann zu weiterer Unterstützung motivieren. Die DSD hat durch die Förderung ihre Wertschätzung für das sehr gut erhaltene Beispiel eines historistischen Sakralraums und dessen Gestaltung, die sich bis ins Detail erhalten hat, zum Ausdruck bringen wollen. Die Wendalinuskapelle ist eines von über 50 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein im Saarland fördern konnte.

Graf Ludwig II. von Nassau-Saarbrücken gründete 1604 im Warndt, einem rund 5 000 Hektar großen Waldgebiet, das nach ihm benannte Dorf „Ludwigsweiler“. Die Bergbaugemeinde prosperierte im 19. und 20. Jahrhundert, so dass sich auch die Zahl der Katholiken rasch vervielfachte. 1897 bekamen sie ein eigenes Gotteshaus. Die Planung sah vor, eine neugotische Kapelle zu bauen, die später zu einer größeren Kirche erweitert werden könnte. Die Wendalinuskapelle wurde am südlichen Ausgang von Ludweiler-Warndt an der Hauptstraße des Ortes gut sichtbar auf nahezu quadratischem Grundriss errichtet. Der vieleckige Abschluss der Kirche sollte bei der Gebäudeerweiterung zum Chorabschluss werden.

Den Putzsteinbau mit Sandsteingliederung ziert an der Schauseite ein Stufenportal, eine vorgeblendete dreiteilige Spitzbogenfolge in der Giebelwand und schmale Lanzettfenster. Das mit roten Biberschwänzen gedeckte Dach schließt den Bau über einer kreuzrippengewölbten Decke. Das älteste Ausstattungsdetail der Kirche ist der Altar von 1707, der vorher in der Pfarrkirche Großrosseln stand. Die ursprüngliche Innenausmalung von 1901 – textile Wandbehänge, architektonische Elemente und Heiligenbilder – wurde in den 1980er Jahren freigelegt.

2015 wurde die Kapelle geschlossen, um profaniert zu werden. Die konfessionsübergreifende Patengemeinschaft Wendalinuskapelle e. V. setzte sich daraufhin für den Erhalt der Kapelle und eine neue Nutzung ein. Seit 2016 finden wieder eine Werktagsmesse sowie kulturelle Veranstaltungen statt. red./jb

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