Blitze in Zeitlupe aufzeichnen

Neue technische Ausstattung im Physiksaal des Gymnasiums am Stefansberg

MERZIG Am Gymnasium am Stefansberg in Merzig fand dieser Tage eine Präsentation der neuen Ausstattung des Fachbereichs Physik statt. Lehrer und Schüler experimentierten mit den neuen technischen Lernmitteln, die vom Landkreis Merzig-Wadern finanziert wurden.

Dass durch den Physiksaal des Merziger Gymnasiums am Stefansberg kräftige Blitze zuckten, lag an diesem Tag nicht an Orkantief „Sabine“, sondern an Physiklehrer Christian Weidig. Er hatte mit einem neuen Hochspannungstransformator beeindruckende Blitze mit 10000 Volt Spannung erzeugt.

Geräte mit herausragenden Projektionsmöglichkeiten

Dank eines neu installierten digitalen Messwerterfassungssystems war es den Schülern möglich, die Blitze in Zeitlupe aufzuzeichnen und smart über den Beamer drahtlos zu projizieren: „Die neuen Rechner mit der Airserver-Software bieten uns jetzt diese herausragenden Projektionsmöglichkeiten. Dank ihnen ist eine drahtlose Projektion von bis zu neun Geräten gleichzeitig möglich, kompatibel zu mobilen Geräten mit allen gängigen Betriebssystemen, Lehrer und auch Schüler können nun Tablets und Handys als Messgeräte verwenden“, freut sich Schulleiter Albert Ehl über die Neuanschaffungen.

Finanziert wurde die Verbesserung der Ausstattung des Fachbereichs Physik vom Landkreis, der der Schule hierfür 30000 Euro zur Verfügung gestellt hat. Der Schulleiter sieht darin eine wichtige Investition: „Wir sind eine zertifizierte MINT-EC-Schule, haben also neben Englisch auch einen Schwerpunkt im Bereich der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Nachdem in den letzten Jahren die Funktionsräume der Biologie und Chemie auf den neusten Stand gebracht wurden, konnte dank der Gelder des Landkreises jetzt auch in der Physik aufgerüstet werden.“

Auch Landrätin Daniela Schlegel-Friedlich, die zur Präsentation der Neuanschaffungen extra zum Gymnasium am Stefansberg gekommen war, zeigte sich beeindruckt: „Die Einrichtung des Physiksaals, vor allem die Möglichkeit der drahtlosen Projektion und Datenübermittlung ist absolut auf der Höhe der Zeit und passt zu den Maßnahmen, die der Landkreis in Zuge des Digitalpaktes auf den Weg gebracht hat.“

Drahtlose Projektion gibt es am Gymnasium am Stefansberg schon seit einiger Zeit in über der Hälfte der Unterrichtsräume, allerdings kann hier jeweils nur über ein Gerät projiziert werden. Zudem hängen seit Jahren in allen Klassen Beamer.

„Seit den Herbstferien gibt es auch überall an der Schule Wlan“, verrät Schulleiter Ehl, „Es ist uns wichtig, den Schülern in vielen Bereichen ein breites Spektrum an Möglichkeiten zu bieten.“ Neue Möglichkeiten bieten auch die neu erworbenen Experimentier-Koffer im Fachbereich Physik, davon ist Lehrer Christian Weidig, der die Neuanschaffungen organisiert hat, überzeugt: „Neben der Digitalisierung wollten wir auch im Bereich der Schülerversuche einen Schwerpunkt setzen. Bisher standen meist nur Materialien für den Lehrer zur Verfügung, mit denen er die verschiedenen im Lehrplan verbindlich vorgeschriebenen Experimente vorführen konnte. Dank der neuen Koffer können die Schüler diese Versuche jetzt in Kleingruppen oder sogar in Partnerarbeit nachvollziehen, selbst experimentieren und eigene Versuche entwickeln.“

Die neuen Koffer für die Bereiche Optik, Mechanik und Elektrotechnik decken weite Teile der Physik ab und lassen sich für viele Experimente nutzen. Wie groß die Bandbreite der Möglichkeiten ist, stellten rund dreißig Physikschüler der Klassenstufen sieben bis zehn am Präsentationstag eindrucksvoll unter Beweis. „Wir haben zum Beispiel im Bereich der Optik Versuche zum Thema Lichtbrechung gemacht.

Mit einem Set aus Lichtquelle, Winkelscheiben und halbkreisförmigen Glaskörpern haben wir untersucht, ab welchem Winkel eine Totalreflexion eintritt“, erzählt Jonas Bornmann, Schüler der Klasse 10c. Außerdem haben die Schüler auch ein Modell vorgestellt, mit dem Kurz- und Weitsichtigkeit nachempfunden werden kann, und mit der neuen optischen Bank und einer LED-Lichtquelle einen Regenbogen erzeugt.

Die Analyse der Regenbogenfarben und die Messung der Farbverteilung konnte mit dem neuen digitalen Spektrometer durchgeführt werden. Ferner projizierten einige Schüler physikalische Messungen von ihren Handys: Die Schülerinnen Julie Collmann, Leonie Doerr, Roxana Dziuba und Gabi Krause aus der Klassenstufe 10 zeigten die Abnahme des Luftdrucks während einer Unterrichtsexkursion zur Kapelle am Stefansberg; die Schüler Alexander Becker, David Berson, Gabriel Bies und Benny Aleßio aus der Klasse 8 den Temperaturverlauf beim Schmelzen von Eis in Wasser.

Verstärkt in kleinen Gruppen experimentieren

„Die Möglichkeit, dass die Schüler jetzt selbst noch verstärkt in kleinen Gruppen experimentieren können, halte ich für sehr wichtig und ich hoffe, dass dadurch ein noch größeres Interesse am Fach Physik geweckt wird“, erklärte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. Sie war am Ende überzeugt, dass sich die Investition des Landkreises lohnen wird.red./ti

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