„Bitte haltet den Schlossberg sauber!“

Appell der Verwaltung richtet sich an die gesamte Bevölkerung

HOMBURG Eine demolierte Ruhebank, Graffiti auf den Ruinenmauern, zerstörte Hinweisschilder, abgerissene Haltestangen, Steine, die als Wurfgeschosse auf der Straße landen sowie bergeweise Müll, Scherben und Zigaretten – den Mitarbeitern des Baubetriebshofs (BBH) bietet sich kein schöner Anblick, wenn sie den Schlossberg betreten, um das aufzuräumen, was am Abend und in der Nacht dutzende Besucher hinterlassen haben.

Jeden Tag sind zwei Trupps bereits am frühen Morgen auf dem Homburger Hausberg unterwegs. Sie räumen rund um das Baudenkmal auf und pflegen die Anlage, damit alles schön aussieht, wenn die Touristen kommen. Vermehrt gab es in den letzten Wochen Beschwerden von Bürgern, die die Stadt Homburg in der Pflicht sehen, „da oben alles sauber zu halten“. Dass dies jedoch jeden einzelnen Tag, teilweise über Stunden passiert, sieht niemand. „Das ist auch dein Berg! Sei stolz auf dein Erbe, pflege es und halte es sauber!“ - Ein Banner mit dieser Aufschrift hängt seit einiger Zeit direkt an der Ruine - nur daran halten wollen sich die wenigsten. Gemeinsam trafen sich Mitarbeiter von BBH, Ordnungsdienst und Denkmalpflege zu Beginn der Sommerferien, um sich über die aktuellen Probleme auszutauschen und weitere Lösungsansätze zu besprechen.

Die Verursacher, die sich Essen per Lieferservice auf den Berg bringen lassen, die picknicken und grillen, Shisha rauchen oder Party bei lautstarker Musik machen, trinken und dabei kreuz und quer parken, kommen teilweise aus der gesamten Region auf dem Schlossberg zusammen.

Tägliche Säuberung durch den Baubetriebshof

Es fallen immense Kosten an, um alles sauber zu machen und auch, um die beschädigten Dinge, die teilweise unter Denkmalschutz stehen, wieder zu reparieren. „Seit den Corona-Lockerungen ist es ganz extrem, zudem haben auch die Ferien begonnen und viele Jugendliche feiern und hinterlassen tonnenweise Müll“, so Denis Böhme vom städtischen Ordnungsdienst. Festlegen auf eine bestimmte Altersgruppe könne man sich jedoch nicht, es seien durchaus auch ältere Semester dabei, die sich ähnlich schlimm benehmen. Den Ordnungsdienst-Mitarbeitern fehlt oftmals die rechtliche Handhabe, um strenger gegen die feiernde Meute vorzugehen und mehr zu kontrollieren. „In vielen Bereichen wird mittlerweile nur die Verwaltung kritisiert, obwohl wir täglich sauber machen, Streife fahren und alles versuchen, um den Schlossberg als Ausflugsziel attraktiv zu halten – denn es ist einfach eine Attraktion in unserer Stadt“, meint auch Michael Emser vom Stadtarchiv, der das Thema Denkmalpflege betreut. Ein großes Problem ist zudem der Steilhang hinter der Mauer Richtung Innenstadt, der nicht gereinigt werden kann. Dies ist allein aus Sicherheitsgründen nicht möglich, die Absturzgefahr wäre zu hoch. So bietet sich den Besuchern kein schönes Bild, wenn sie den Blick über die Mauer wagen. Ein Appell geht an die Bürger, die solchen Vandalismus beobachten, die Personen zu melden. „Bitte nehmen Sie Ihren Müll wieder mit und bewahren Sie unser Denkmal“, appellieren die Mitarbeiter der Stadtverwaltung weiter.

Nicht nur der Schlossberg, auch weitere Gebiete, wie der Homburger Stadtpark oder auch das Gelände rund um die Klosterruine Wörschweiler werden tagtäglich gesäubert und sind am nächsten Tag erneut komplett zugemüllt, verdreckt und beschädigt. red./jj

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