Bischof ruft zu Mut statt Angst auf

Kleine, beschauliche Wallfahrt in Pandemie-Zeiten ging in St. Wendel zu Ende

ST. WENDEL Mit einem Appell für mehr Mut und Gottvertrauen in Zeiten der Corona-Pandemie hat Bischof Dr. Stephan Ackermann in einem Pontifikalamt in der Basilika St. Wendel die Wendelinus-Wallfahrtswoche 2020 beendet.

„Gottvertrauen schenkt neues Selbstvertrauen“, sagte der Bischof in seiner Predigt. Damit sei aber keine Tollkühnheit oder billiger Optimismus gemeint, der die Risiken ausblende. „Wir können unsere Ängste Gott anvertrauen. Das ist eine wichtige Haltung neben all den Vorsichtsmaßnahmen. Das, was ich nicht planen kann, darf ich Gott anvertrauen. Daraus wächst Selbstvertrauen“, sagte der Bischof weiter.

„Es gibt viel Angst, auch berechtigte Angst“, sagte er. Dazu zählten die Sorge vor einem neuen Lockdown sowie die Angst um die Gesundheit von Angehörigen und Freunden. „Wir dürfen uns aber nicht von der Angst treiben lassen“, appellierte der Bischof an die Gläubigen in der Basilika und an den heimischen Bildschirmen, die das Pontifikalamt im Live-Stream vom Computer aus verfolgten.

Während der Eucharistiefeier, die von einer Schola der Wendelinus-Basilika unter der Leitung von Stefan Klemm, musikalisch gestaltet wurde, verhüllten Bischof Stephan Ackermann und Basilika-Pastor Klaus Leist den Schrein des Heiligen Wendelin. Die Lade war während der Wallfahrtswoche auf der Tumba zur Verehrung ausgestellt worden, damit Pilger die Nähe des Heiligen erfahren konnten. Die Lade wurde zurück in das Hochgrab im Altarraum gestellt.

Die Wendelinus-Wallfahrtswoche unter dem jährlichen Motto „Gott suchen wie Sankt Wendelin“ vom 14. bis 20. Oktober wurde angesichts der Pandemie in diesem Jahr als eine „stille Wallfahrt“ gefeiert. Es sei der Pfarrgemeinde wichtig gewesen, gerade auch in Krisenzeiten, in der viele Menschen verunsichert seien, durch die Wallfahrtswoche ein sichtbares Zeichen der Hoffnung und des Mutes zu setzen, sagte Pastor Leist.

Wegen der gesundheitlichen Sicherheit seien viele Formate abgesagt worden. Als Folge hätten auch die zahlreichen Pilger gefehlt. Statt der üblichen rund 3000 Pilger seien es dieses Jahr nur 300 gewesen. Konnten in den Vorjahren durch die Kollekten der Pilgergottesdienste Projekte etwa wie die Seenotrettung oder von Hochwasser betroffene Familien in Indien unterstützt werden, wurde in diesem Jahr kein konkretes Projekt in Augenschein genommen. „Es war eine kleine, beschauliche Wallfahrt, die dennoch eine besondere Ausstrahlung hatte“, resümierte Pastor Klaus Leist.

red./hr

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de