Biologische Vielfalt soll erhöht werden

Landwirtschaftliches Modellprojekt in Contwig wird gefördert

CONTWIG Die Unterstützung von Projekten zum Erhalt von Natur und Umwelt, Tierschutz und Heimatkunde in der Südwestpfalz zählt auch zu den Förderzielen der Daniel-Theyson-Stiftung. Vor diesem Hintergrund fördert die in Ludwigswinkel ansässige Stiftung in enger Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Südwestpfalz und dem Naturschutzbund (NABU) Zweibrücken ein Biodiversitäts-Projekt in der Gemarkung Contwig mit dem Landwirt Rolf Lehmann, der auf dem Heidelbingerhof einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet.

Bis Ende 2022 werden dabei modellhaft konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt auf einer etwa fünf Hektar großen bisher landwirtschaftlich genutzten Ackerfläche durchgeführt. Hierzu gehören unter anderem auch die Anlage von Blühstreifen sowie einer Getreidekultur mit sogenannten Lerchenfenstern. Zielsetzung des auf fünf Jahre ausgelegten Projektes ist es, dem dramatischen Artenverlust bei den heimischen Tier- und Pflanzenarten effektiv entgegenzuwirken. Im Rahmen eines ornithologischen Monitorings während der Vegetationsperioden begleitet der NABU Zweibrücken das bewusst auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Projekt, dessen Gesamtkosten von voraussichtlich 30000 bis 40000 Euro die Daniel-Theyson-Stiftung vollumfänglich trägt.

Insektenrückgang eindeutig nachgewiesen

Die organisatorischen Aufgaben übernimmt die Untere Naturschutzbehörde. Zum Projektschluss im Jahr 2022 entsteht zudem ein Abschlussgutachten. Die darin gewonnenen Erkenntnisse sollen Beleg und Anreiz dafür werden, dass Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität auf größeren Ackerflächen- von höherer Ebene konzipiert und eventuell staatlich unterstützt- langfristige Vorteile für alle Beteiligten mit sich bringen.

„Das Insektensterben wird in vielen Veröffentlichungen unsachlich angezweifelt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben aber den Insektenrückgang eindeutig nachgewiesen und den allgemeinen Eindruck bestätigt. Das Insektensterben ist eine der größten Katastrophen unseres Ökosystems. Wir müssen deshalb sofort handeln“, betont Dr. Gerhard Herz, erster Vorsitzender des NABU Zweibrücken.

Mit den Maßnahmen werden neue Strukturen geschaffen, die die floristische Artenvielfalt und das Nahrungsangebot für Insekten erhöhen. Die Insekten wiederum dienen Reptilien und Vögeln als Nahrung. Darüber hinaus werden die Lebensbedingungen für Bodenbrüter verbessert und die Gefahr der Vernichtung von Gelegen sind nahezu Null reduziert. Artenreiches Grünland stärkt außerdem die Artenvielfalt und erhöht die Biodiversität. rb

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