Biologische Vielfalt auch auf Nutzflächen

Projekt „Landwirtschaf(f)t Vielfalt“ soll fortgeführt und ausgedehnt werden

REINHEIM Welchen Beitrag kann die konventionelle Landwirtschaft zum Thema „Erhalt der biologischen Vielfalt“ und „Förderung der Strukturvielfalt“ in der Landschaft leisten? Das war die Frage, mit der sich Vertreter der Landwirtschaft und des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau vor zwei Jahren auseinandergesetzt haben, um gemeinsam entsprechende Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen.

Man hatte sich auf ein ganzes Bündel an Maßnahmen geeinigt, wie mit Blühflächen, Lerchenfenstern oder angepassten Mähzeitpunkten auf Wiesen für biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Nutzflächen gesorgt werden kann.

Zwei Jahre später sind weitere Blühflächen und ein Monitoringkonzept zur Bewertung der Auswirkungen auf Feldvögel dazu gekommen. Das Projekt soll nun noch bekannter werden. Nicht nur um weitere teilnehmende Landwirte, eventuell auch Vereine und Privatpersonen zu finden, die auf ihren Grundstücken für eine größere biologische Vielfalt eintreten. Auch werden Info-Tafeln für Bürger und Gäste an den jeweiligen Ackerflächen aufgestellt, um auf die Maßnahmen und ihren Nutzen hinzuweisen.

„Wir freuen uns, dass im Laufe des letzten Jahres immer mehr Landwirte und Grundstückseigentümer an dem Projekt für mehr Strukturvielfalt und mehr Biodiversität in der Landbewirtschaftung teilgenommen und ihren Beitrag geleistet haben und auch weiter mitmachen wollen“, sagt Verbandsvorsteher Landrat Dr. Theophil Gallo.

„In Äckern bieten sogenannte Lerchenfenster Brutmöglichkeiten für Bodenbrüter während die Blühflächen Insekten Nahrung und anderen Tierarten Versteckmöglichkeiten bereitstellen, gerade wenn jetzt im Spätsommer schon viele andere Flächen gemäht und abgeerntet sind.“, ergänzt Dr. Gerhard Mörsch, Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes.

Auch 2020 soll das Projekt fortgesetzt und durch die Förderung des Saarpfalz-Kreises unterstützt werden. Landwirte, aber auch andere Landbesitzer, die Interesse an einer Mitwirkung haben, können sich beim Biosphärenzweckverband unter Tel. (06842) 96009-0 bei Anita Naumann und Dr. Gerhard Mörsch melden.

In einem Biosphärenreservat als Modellregion für nachhaltige Entwicklung geht es darum, gemeinsam Methoden zur Landbewirtschaftung zu entwickeln, die auch der biologischen Vielfalt auf der Nutzfläche zugutekommen. Letztlich profitiert auch der Boden von den Blühflächen und der Bewirtschaftungspause. red./dos

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