BI sieht einen großen Widerspruch

Bundesregierung prognostiziert Verkehrszuwachs – Gutachten geht von Null-Wachstum aus

Merzig-Wadern. Die jüngste Verkehrsanalyse zur Wirksamkeit einer Entlastungsstraße für die Stadt Merzig (Querspange Mettlach bzw. Nordumfahrung) geht von einem Zuwachs des Verkehrsaufkommens bis 2030 bei PKW von 0 Prozent und bei LKW von einem Prozent aus. De facto bedeute das, erläutert Ulrich Kieborz, Sprecher der Bürgerinitiative Nordsaarlandstraße: Das Verkehrsaufkommen durch Merzig würde stagnieren und bliebe demnach für die nächsten zehn Jahre auf dem gleichen Niveau. Auf der Basis eines solchen Gutachtens zog das saarländische Verkehrsministerium bei der Vorstellung der Verkehrsuntersuchung den voreiligen Schluss, eine Entlastungsstraße für Merzig sei verkehrlich nicht begründbar. Man solle nicht weiterplanen und nicht bauen.

Bi-Sprecher Kieborz: „Schon mit gesundem Menschenverstand kommen einem da erhebliche Zweifel.“ Diese Zweifel scheinen mittlerweile auch der Ministerin gekommen zu sein. Sie sagte mittlerweile: „Die Nordsaarlandstraße ist ein wichtiger strukturpolitischer Impuls für das Nordsaarland und insbesondere für die Hochwaldregion und kann deshalb nicht nur nach verkehrlichen Kennziffern bewertet werden.“

Aus gutem Grund: Die Verkehrsprognose der Bundesregierung geht für den gleichen Zeitraum von einem Zuwachs des Güterverkehrs auf der Straße von 38 Prozent Tonnen-Kilometer, für den Personenverkehr von 13 Prozent mehr Personen-Kilometer bis 2030 aus.

Dieses höhere Verkehrsaufkommen diente dem Bundesverkehrsministerium als Grundlage für die Arbeiten am Bundes-Verkehrs-Wegeplan. Begründung für die voraussichtliche Zunahme ist laut Bundesregierung die hohe Dynamik des internationalen Handels, wodurch deutlich mehr Verkehr im grenzüberschreitenden Raum anfällt.

Diese Begründung muss doch besonders aufhorchen lassen, so BI-Sprecher Kieborz: „Unser Grenzraum Saar-Lor-Lux ist doch auch davon betroffen und das Mehr an Verkehr läuft hier nicht spurlos vorbei.“

Leider sind die betroffenen Kommunen nach Aussage des LfS der Aufforderung nicht nachgekommen, Flächenentwicklungen (zum Beispiel Wohnen und Gewerbe) bzw. verkehrsrelevante Entwicklungen dem LfS zu melden.

Dier Bürgerinitiative fragt: „Wir fragen: Was ist mit dem neuen Gewerbegebiet ,Auf der Haardt‘, der Erweiterung des Globus-Baumarktes und dem neuen Gewerbegebiet in Losheim – alles wirtschaftliche Aktivitäten, die ein höheres Verkehrsaufkommen nach sich ziehen werden?! Unübersehbar auch der enorme Zuwachs im Wohnungsbau.“

BI-Sprecher Kieborz: „Einige saarländische Gruppen (Grüne, Nabu, BUND) ignorieren nach wie vor die Realität. Sie verschließen die Augen vor dem Wachstum von Online-Handel, Firmenlagern und Logistik-Unternehmen aus ideologischen Gründen.“ Die große Mehrheit wisse, so Kieborz, ohne sofortige infrastrukturelle Verkehrsmaßnahmen, Bau der Entlastungsstraße, werde Merzig weiter im Stau, Feinstaub und Verkehrschaos stecken bleiben und unsere Region in ihrer Wirtschaftskraft gehemmt bleiben. „Deshalb begrüßen wir von der BI ausdrücklich den weitsichtigen Beschluss des Ministerrates, das Projekt Nordsaarlandstraße mit Nachdruck im kommenden Jahr zu verfolgen. Mögen den Worten diesmal wirklich Taten folgen.“ Infos über die Bürgerinitiative Nordsaarlandstraße gibt es bei Ulrich Kieborz, Sprecher BI, und online unter www.nordsaarlandstrasse.de.red./ti

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