Behindertengerechte Räume

Neuerung ist, dass die Räume vom Hauptgebäude aus zu ebener Erde liegen werden

MERZIG Bei den Merziger Protestanten tut sich was: In diesen Tagen wurde der alte Bürotrakt zwischen Pfarr- und Gemeindehaus abgerissen. Der 1972 errichtete Fertigbau war schadstoffbelastet. Es entstehen drei neue Büros und Toilettenanlagen. Außerdem wird ans Gemeindehaus ein Aufzug angebaut.

Es entstehen drei neue Büros und Toilettenanlagen.

Im Jahre 1972 entschloss sich die Evangelische Kirchengemeinde Merzig neu zu bauen. Ein Pfarrhaus musste her sowie Büros und ein Gemeindehaus mit Küche, einem großen und einem kleinen Saal. Auf dem Gelände der ehemaligen Evangelischen Volksschule entstanden Fertigbauten. Aber schon 1984 war das Gemeindehaus baufällig. Es wurde schon damals durch einen massiven Neubau ersetzt. Bestehen blieb nur der Bürotrakt.

In diesen Tagen wird nun auch der abgerissen und neu gebaut. Schadstoffmessungen hatten hohe Konzentrationen an Lindan und Formaldehyd ergeben. Das Büro wurde nach diesen Messungen sofort in die erste Etage des Gemeindehauses verlegt, und zwar in den Kinderraum. Unmittelbar danach begann die Planung für einen Neubau. Dieser wird nun verwirklicht.

Die Gemeinde baut drei Büroräume, einen für die Gemeindesekretärin, einen für die neue Jugendmitarbeiterin und einen Besprechungsraum. Außerdem entstehen moderne Sanitäranlagen.

Wichtigste Neuerung ist, dass die Räumlichkeiten vom Hauptgebäude aus zu ebener Erde liegen werden, so dass das neue Haus behindertengerecht sein wird. Um auch den Jugendkeller und die erste Etage des Gemeindehauses mit einem Rollstuhl erreichen zu können, wird ein Aufzug gebaut. Pfarrer Künhaupt sieht dringenden Bedarf: „Gerade der Jugendkeller muss unbedingt für behinderte Jugendliche zugänglich gemacht werden. In den Schulen sind behinderte und nichtbehinderte Schüler bereits in den gleichen Klassen, schließen Freundschaften und wollen zusammen ihre Freizeit verbringen. Es kann nicht sein, dass das ausgerechnet eine kirchliche Jugendeinrichtung behinderte Jugendliche ausschließt.“

Geplant und umgesetzt wird das Vorhaben vom Merziger Architektenbüro Ahr und örtlichen Baufirmen.

Zuschüsse bekommt die Gemeinde von Saar-Toto und dem Landkreis Merzig-Wadern. „Gelder von Aktion Mensch sind beantragt, wir hoffen sehr, dass man auch dort die Notwendigkeit sieht“.

Gemeinde hofft auf Spenden aus der Bevölkerung

Ansonsten greift die Gemeinde auf eigene Baurücklagen zurück und hofft auf Spenden aus der Bevölkerung. „Gerade in punkto barriefreier Jugendkeller würden wir uns sehr freuen, wenn wir weitere Hilfe bekämen“, ruft Künhaupt die Öffentlichkeit auf. Das Spendenkonto ist bei der Sparkasse Merzig-Wadern, DE DE26 5935 1040 0000 0986 16.red./ti

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