Baumpflanzung in Coronazeit

Rohrbacher Kahlenbergfreunde am Vereinsheim aktiv

Rohrbach. Mit Sicherheit hätten sie ein Fest daraus gemacht, so wie sie gestrickt sind, die Rohrbacher Kahlenbergfreunde. Und die Bevölkerung wäre eingeladen worden – zu anderer Zeit. So aber musste eine Baumpflanzaktion auf dem Gelände am Ende der Blücherstraße fast in aller Stille ablaufen. Da war es auch keine Option, bis zum Frühjahr zu warten. Das Wetter gab sich entsprechend, so schritt man zur Tat. Dienstag ist Einsatztag bei den Rohrbacher Kahlenbergfreunden. Es ist immer etwas zu tun, auch bei weniger angenehmem Wetter. Doch die einsatzfreudige Truppe schert das wenig. Nun hatte man sich entschieden, die fast schon parkähnliche Anlage rund um das Vereinsheim am Ende der Blücherstraße weiterzuentwickeln. Dabei standen zwei Maßnahmen im Vordergrund: die Beseitigung von Gebüsch und die Neupflanzung weiterer einheimischer Bäume.

Ein Gehölz eroberte in der Vergangenheit still und heimlich auch den Bereich rund um das Haus der Kahlenbergfreunde: die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina), wie der Vorsitzende, Jörg Schuh, mitteilte. Das raschwüchsige Gehölz stammt aus Nordamerika und wird hierzulande zwar nur als Strauch oder kleiner Baum weniger als 20 Meter hoch, hat es aber in sich.

Dienstag ist Einsatztag

Bereits 1623 wurde es nach Europa gebracht und erstmals 1685 in Deutschland erwähnt, als Ziergehölz für Gärten und Parks. Bis 1950 wurde die Spätblühende Traubenkirsche bei Aufforstungen benutzt, da sie in ihrer Heimat auf nährstoffarmen Böden gut wuchs und wertvolles Holz lieferte, eine wertvolle Pionierpflanze für Brachflächen auch hierzulande, wie man glaubte. Als Neophyt („Neupflanze“, die nicht hier heimisch ist) verbreitete sie sich jedoch äußerst schnell in Europa, selbständig und so rasch, dass sie bald als schädliche invasive Pflanze eingestuft wurde, gar als „Waldpest“. Das Problem: Ihre Ausbreitung ist nur sehr schwer einzudämmen, da Abholzen kaum hilft, im Gegenteil, aus dem Baumstumpf wachsen umso mehr Triebe. Und wird auch nur ein kleines Wurzelstückchen beim Ausgraben vergessen, treibt es wieder aus, es bilden sich dichte Bestände, die den Aufwuchs einheimischer Gehölze behindern. So hatten die Kahlenbergfreunde einiges an Arbeit zu leisten, um der Spätblühenden Traubenkirsche Paroli zu bieten. Auf ihrem Gelände wachsen bereits Eichen, junge und alte. Trotzdem wurden jetzt noch zwei weitere, zwischen drei und vier Metern hohe Exemplare an ausgewählten Stellen eingepflanzt. Es werden nicht die einzigen neu gesetzten heimischen Bäume bleiben. Mit Weißtannen am Rand, Fichten und Kiefern soll weiter aufgeforstet werden. Dabei werden die Kahlenbergfreunde von dem Rohrbacher Landschaftsgärtner Ralf Matthias Schael beraten und unterstützt. Nun werden noch „Baumpaten“ gesucht. Interessenten können sich bei Dr. Jörg Schuh, Tel. (0 68 94) 58 04 96, melden. all

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