Auszeichnung mit der Friedenstaube des VdK

Klasse 9a der GemS am Vopeliuspark thematisierte das Ende des 1. Weltkriegs

SULZBACH Wer sich für Frieden engagiert, indem er sich der Vergangenheit stellt und künftig für ein friedvolles Miteinander plädiert, bei dem legt sprichwörtlich die Friedenstaube einen Segens-Stop ein. So geschehen in der Gemeinschaftsschule am Vopeliuspark in Sulzbach.

Aufruf zu einer friedvollen Welt

Anlass war das Engagement der Klasse 9a mit Klassenlehrerin Nathalie Reichard, die sich im Gedenkjahr zum 100-jährigen Ende des Ersten Weltkrieges dazu bewegt fühlte, für eine friedvolle Welt aufzurufen. „Als Lea und Emely aus meiner Klasse Ende September auf mich zugekommen sind und mir sagten, dass man ihnen von einem Projekt zum Ersten Weltkrieg erzählt hat, das irgendwann in der AULA präsentiert werden sollte und sie da mitmachen wollen, war ich erst einmal platt. Freiwillig mehr arbeiten und dann auch noch thematisch eingebunden. Das ist eher selten“, formulierte es Nathalie Reichard in ihrer Rede im gefüllten Eingangsfoyer der Schule.

Es war der feierliche Tag, an dem der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Werner Hillen in die Bildungseinrichtung kam, um der Schule die Friedenstaube des VdK zu überreichen. Diese Taube aus massivem Messing ist ein Friedenssymbol, das der VdK hat dreißig Mal anfertigen lassen.

Bereits bei der Sängerin Nicole, beim aktuellen Ministerpräsidenten Tobias Hans sowie dessen Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer war sie zu Gast. „Es geht darum, mutiges Eintreten für eine friedliche Welt zu ehren“, erläuterte Hillen.

Projektbuch mit Foto und Texteintrag

Zu dieser ritualisierten Auszeichnung gehört ein Projektbuch. „Von jedem Preisträger wird ein Foto mit Friedenstaube gemacht und mit einem selbst verfassten Text zum Thema ins Buch gebracht“, erläuterte der Landesvorsitzende weiter in der Feierstunde zu Ehren der Neuntklässler.

Diese waren bereit gewesen, dem Aufruf der Stadt Sulzbach zur Mitwirkung an der Feierstunde „Frieden hat seine Zeit“ im November, anlässlich des Gedenkens an das 100-jährige Ende des Ersten Weltkrieges, zu folgen und voll ins Thema zu gehen.

Auf Initiative von Catherine Robinet, Generalkonsulin der Republik Frankreich im Saarland, wurde vergangenes Jahr der offizielle Volkstrauertag in den Kontext des Endes des Ersten Weltkrieges im 100. Gedenkjahr gestellt. Die Gestaltung der Feierstunde lag in den Händen der jungen Generation. Zwei französische Schulen und Sulzbachs weiterführende Schulen hatten sich im Unterricht mit dem Thema befasst und zeigten ihre verschiedenen Darbietungsformen von Erinnerungskultur. „So kamen wir zu der Idee, wir drehen einen Film im Stil eines Youtube-Lernvideos. Innovativ sollte es sein, auf keinen Fall langweilig und auch emotional, um die Kostbarkeit des Friedens zu betonen“, so Reichard weiter.

Eindrücke bei Besuch in Verdun gesammelt

Die 9a war außerdem mit ihrer Klassenlehrerin und Werner Hillen im Vorfeld nach Verdun gefahren. So konnten die Schüler die Eindrücke auf den Schlachtfeldern durch die weitere, filmische Auseinandersetzung mit der Kriegskatas­trophe verarbeiten. Es stellte sich heraus, dass das Projekt viel Arbeit war: „die Interviews, die richtigen Fragen erarbeiten, die Lern-Video-Sequenz mit historischen Fakten bauen. Dazu das Einsprechen von Text auf Französisch und die eingebauten Filmsequenzen. Ganz zu schweigen von der technischen Seite“, verriet Richard.

Heraus gekommen ist ein Herzstück; aufgearbeitet von niemandem Geringeren als der heutigen Jugend der Digitalmoderne, zusammengehalten von Nathalie Reichard, ermöglicht durch das Zeitmanagement von Schulleiterin Herta Schley. Es ist zu erwarten, dass die VdK-Friedenstaube jetzt erst mal einige Zeit in der Gemeinschaftsschule zu Besuch bleiben wird.red./tt

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