Augenmerk auf Handel und Arbeit

Losheim am See ist offiziell als Fairtrade-Gemeinde zertifiziert worden

Losheim am See. Die Gemeinde Losheim am See setzt sich bereits seit längerem verstärkt für fairen Handel und faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern ein. Das Engagement ist nun mit der offiziellen Zertifizierung zur Fairtrade-Gemeinde belohnt worden.

Die mit dem Label werbenden Kommunen (Fairtrade-Towns) haben das Ziel, den fairen Handel auf kommunaler Ebene zu fördern. Sie sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen.

So soll in Deutschland zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen wachsen.

Per Ratsbeschluss machte sich die Gemeinde Losheim am See auf den Weg, eine Fairtrade-Kommune zu werden. Dabei führt der Weg zum Titel, der von der nationalen Fairtrade-Organisation für Deutschland, dem gemeinnützigen Verein TransFair (Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt) vergeben wird, über Kriterien, die es zu erfüllen gilt.

Neben dem erforderlichen Beschluss des Gemeinderates, den Titel offiziell anzustreben, sowie dem Einsatz von fair gehandelten Produkten in der Verwaltung, beinhaltete der nächste Schritt die Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe. Diese koordiniert die Aktivitäten vor Ort, ist die treibende Kraft und dient der Vernetzung innerhalb der Kommune.

In Losheim am See besteht sie aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Verwaltung / Politik, Handel / Gastronomie und der Zivilgesellschaft (Schulen, Vereine, Glaubensgemeinschaften).

Der Losheimer Steuerungsgruppe gehören derzeit neben Joachim Selzer und Ellen Mohm von der GALL-Fraktion und Silvia Kreis (Gemeindeverwaltung) auch Vertreter der VLU, des Eigenbetriebes Touristik, Freizeit und Kultur, der KiTas, der Initiative ‚Ebbes von Hei‘, der Filmfreunde Losheim, der Jugendkirche MIA und der Katholischen Pfarreiengemeinschaft sowie weitere Privatpersonen an.

„Neue Mitstreiter sind jederzeit herzlich willkommen“, so die Sprecherin der Steuerungsgruppe, Barbara Jung, die als Gemeindereferentin die Pfarreiengemeinschaft Losheim am See in der Gruppe vertritt.

Die Kriterien für eine Zertifizierung als Fairtrade-Kommune hängen von der Einwohnerzahl ab. Dabei sind bei Kommunen bis zu 200 000 Einwohnern mindestens vier Einzelhandelsbetriebe und zwei Gastronomiebetriebe zu beteiligen.

Außerdem soll mindestens eine Schule an der Initiative teilnehmen und Vereine sollen ebenfalls zum Mitmachen animiert werden.

Selbstverständlich nehmen die Gemeinde und ihre Kooperationspartner auch an übergeordneten Fairtrade-Aktionen – beispielsweise im Rahmen der jährlichen Fairtradewoche – mit eigenen Sonderprojekten teil. Unterstützung und Beratung erhält die Gemeinde dabei durch die Fairtrade-Initiative Saarland, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Saarland zum ersten Fairen Bundesland zu machen.

Mit der offiziellen Übergabe der Fairtrade-Urkunde darf sich Losheim am See Fairtrade-Gemeinde nennen.

Nun gilt es, weitere Unternehmen, Institutionen, Vereine und Bildungseinrichtungen für die Faire Sache zu gewinnen und die Bevölkerung durch Aufklärung und Aktionen zum Kauf von fairen Produkten und fairem Verhalten zu motivieren.

„Wir freuen uns über die Zertifizierung“, erklärte Bürgermeister Helmut Harth bei der Übergabe der Urkunde im Losheimer Schlösschen.

Man sehe diese zugleich als Herausforderung und Ansporn für ein nachhaltiges Engagement der Gemeinde Losheim am See, um künftig ein echtes Fairtrade-Bewusstsein bei den Bürgern zu etablieren.

Der Gedanke sei nicht neu in der Seegemeinde, denn bereits seit vielen Jahren betreibt die Aktion 3. Welt Saar einen eigenen Weltladen im Herzen Losheims und ist mit vielfältigen Veranstaltungen und Informationsangeboten aktiv.

Auch der Partnerschaftsverein Konga e.V. setzt sich schon lange für faire Arbeits- und Lebensbedingungen bei den Regenwaldvölkern im Kongo-Tshuapa-Gebiet ein.

Bürgermeister Harth: „Wir möchten in den kommenden Jahren das vorhandene Wissen und Engagement bündeln und weitere Akteure aus der Gemeinde einbinden.“ red./am

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