Auch im Saarland von Bedeutung

Christoph 66 bereichert Homburger Uniklinik und unterstützt Christoph 16

SAARBRÜCKEN/ESSWEILER Die Luftrettung in Deutschland ist in den letzten zwanzig Jahren stets erweitert und modernisiert worden. Während es im August 1999 bundesweit nur 53 Luftrettungsstützpunkte gab, sind es heute rund 80 Rettungshubschrauberstationen unterschiedlicher Betreiber. Dabei liegt die ADAC Luftrettung mit 37 Standorten an der Spitze!

Allein in der Großregion Saarland/Rheinland-Pfalz wartet der ADAC bislang mit fünf Stationen (Saarbrücken, Wittlich, Koblenz, Ludwigshafen und Mainz) auf. Trotzdem gibt es noch Regionen, die nicht mehr innerhalb des üblichen Einsatzradius von ca. 70 Kilometer liegen bzw. sich gerade im Schnittstellenbereich zweier Hubschrauber befinden. Ein Beispiel dafür ist die Westpfalz. Auf Drängen einer Bürgerinitiative will das Land Rheinland-Pfalz nun während einer einjährigen Probephase den Bedarf für einen dauerhaft stationierten Hubschrauber in dieser Region ermitteln.

Nach einer Ausschreibung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums hat im Vergabeverfahren im Spätsommer 2019 unter allen Bewerbern die ADAC Luftrettung den Zuschlag für die Inbetriebnahme eines öffentlich-rechtlichen Rettungshubschraubers in der Westpfalz erhalten. Aufgrund seiner zentralen Lage eignet sich als Standort der Segelflugplatz in Eßweiler bei Kusel am besten, da er den Rettungsdienstbereich Kaiserslautern sowie den Landkreis Kusel und den Donnersbergkreis abdeckt.

„Die offizielle Inbetriebnahme von Christoph 66 gemäß Ausschreibung war am 14. Oktober 2019. Der vorgezogene Start am 2. September war notwendig geworden, um die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung aus der Luft lückenlos zu garantieren”, so der ADAC. Zudem hat in der Vergangenheit die Zahl der Verlegungstransporte von Hochrisikopatienten zwischen rheinland-pfälzischen (Westpfalz-Klinikum) und saarländischen Spezialkliniken, wie die Homburger Uniklinik, zugenommen. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, fiel die Wahl der ADAC Luftrettung, wie auch bei Christoph 77 in Mainz, auf einen Intensivtransporthubschrauber (ITH). Die modernst ausgestattete, leistungsstarke Maschine des Typs Airbus H145 wird im sog. Dual Use eingesetzt, d. h. sie kann Notfalleinsätze (Primärflüge) und dank ihrer Geräumigkeit auch intensivmedizinische Verlegungsflüge (Sekundäreinsätze) problemlos durchführen.

Hierzu zählen u. a. Inkubatortransporte schwer erkrankter Früh- und Neugeborene oder ECMO-Transporte schwer lungenkranker Patienten. Solche Geräte sind für die betroffenen Patienten überlebenswichtig, weshalb bei einem Verlegungsflug in eine andere Klinik bestehende Therapien ohne Unterbrechung aufrecht erhalten werden müssen. Für derartige Spezialtransporte ist die Crew (Pilot, Notarzt und Notfallsanitäter), hoch qualifiziert. Die Notärzte werden wechselseitig vom Westpfalz-Klinikum, der Klinik Idar-Oberstein und der Uniklinik Homburg gestellt. Christoph 66 ist täglich von Sonnenaufgang, frühestens 7 Uhr, bis Sonnenuntergang einsatzbereit. Die Bilanz mit 306 Einsätzen in den ersten drei Monaten ist schon beachtlich und rechtfertigt den idealen Interimsstandort Eßweiler. Immerhin entfielen 84 Prozent der bisherigen Alarmierungen auf Notfallrettung und 16 Prozent auf Intensivtransporte. Aber der sechste ADAC Hubschrauber in der Großregion ist auch für das Saarland von Bedeutung!

Zur Unterstützung von Christoph 16 kann ihn die Integrierte Leitstelle Saar (ZRF) als nächstgelegenes, am besten geeignetes Rettungsmittel disponieren, ebenso bei einem Großalarm.

Darüber hinaus bietet Christoph 66 der Uniklinik Homburg binnen weniger Flugminuten eine schon lange gewünschte, verlässliche Intensivtransportkapazität! oj

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