Auch ein Stück Geschichte geht verloren

Letzte Militäreinheit auf der Pirmasenser Husterhöhe zieht nach Kaiserslautern

PIRMASENS/ KAISERSLAUTERN Oberst Shane A. Roach heißt der neue Kommandeur des medizinischen US Army Medical Center Europe (medizinisches Nachschubdepot) der amerikanischen Streitkräfte auf der Husterhöh-Kaserne. Er ist Nachfolger von Jonathan B. Butler, der diese Führungsposition zwei Jahre inne hatte. Oberst Roach ist verheiratet und hat eine Tochter. Er trat 1993 in die US-Army ein und war auch einige Jahre in Sembach und Hohenfels eingesetzt.

Das medizinische Versorgungsdepot zieht als letzte verbliebene Einheit voraussichtlich im August mit rund 30 Personen nach Kaiserslautern. Damit wird auf der Husterhöhe ein rund 50 Hektar großes Militärgelände frei. Der Umzug soll Anfang des Jahres 2021 beendet sein. Durch den Wegzug der Amerikaner gehen weitere Arbeitsplätze von deutschen Zivilbeschäftigten verloren. Bereits 1994 verließen viele Einheiten das einst 3500 Soldaten große US-Militärgelände am Standort Husterhöhe. Beim Medical-Center sind noch 300 zivile Deutsche, amerikanische Zivilisten und Militärs beschäftigt.

Der geplante Umzug von der Husterhöhe in sechs Gebäude gegenüber der Panzerkaserne in Kaiserslautern stand schon lange an. Über den vorgesehenen Abzug wurde erst in den 2000er Jahren geredet. In der Vergangenheit gab es jedoch im Hinblick auf die Durchführung von Instandsetzungs- und Instandhaltungsarbeiten viele Differenzen zwischen dem Amt für Bundesbau und der US-Bauverwaltung. Die Städte Pirmasens und Rodalben beabsichtigen nach dem letzten Umzug der Amerikaner gemeinsam die Ausweisung eines Gewerbe- und Industriegebietes. Ein Masterplan, der vom Land bereits bezuschusst ist, liegt bereits seit 2015 vor.

Für die hervorragende Kundenbetreuung erhielt das Nachschubdepot 1997 und 1999 als Belohnung jeweils eine Auszeichnung. Im Juni 2001 wurde das US-Army Medical Center Europe auch zertifiziert, wodurch die Qualität der Kundenberatung und die Unterstützung der weltweit künftigen Militäroperationen nach dem höchsten Stand gesichert waren. Seit dem Frühjahr 2006 war das Nachschubdepot Hauptversorger von medizinischem Material auf der Husterhöh-Kaserne.

Der frühere Kommandeur Oberst Walsh hatte von 2016 bis 2018 mit seinen Mitarbeitern während seiner Dienstzeit sogar 700 Kunden und 200000 Patienten, Ärzte und Privatleute in Europa, Afrika und Teile Asiens unterstützt. Das Verhältnis zwischen der Stadt Pirmasens und auch der Nachbarstadt Rodalben war über Jahrzehnte hinweg freundschaftlich geprägt. Mit dem Umzug geht auch ein Stück Geschichte der beiden Städte und ein Teil der Wirtschaftskraft am Standort Husterhöhe verloren.rb

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