Artenreicher Lebensraum

Landeshauptstadt veranlasst Landschafts­pflegemaßnahmen in den St. Arnualer Wiesen

Saarbrücken. Das Amt für Stadtgrün und Friedhöfe hat zusammen mit dem Amt für Umwelt und Klimaschutz ein Konzept zur nachhaltigen Nutzung und Pflege der St. Arnualer Wiesen erarbeitet. Damit will die Landeshauptstadt Saarbrücken die Fläche durch Weidebewirtschaftung wieder aufwerten und einen artenreichen Lebensraum schaffen.

Bisherige Situation

Mit Verordnung vom 12. August 2004 wurden die St. Arnualer Wiesen zum Naturschutzgebiet erklärt. Gleichzeitig unterliegen sie als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat (FFH) dem Schutz durch europäisches Umweltrecht. Bei diesen Lebensräumen handelt es sich um spezielle Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union ausgewiesen sind.

Die Gesamtgröße der St. Arnualer Wiesen beträgt rund 36 Hektar. Auf etwa drei Vierteln der Fläche wächst natürlicher Wald mit hochwertigen Auen- und Sumpfgebüschen. Eingestreut sind kleinere inselartige Bereiche mit Sandrasen und Hochstauden. Bei einem Viertel der Gesamtfläche handelt es sich um Wiesenflächen, die mangels ausreichender Pflege zuwachsen. Mittlerweile prägen ausgedehnte Brombeergebüsche, artenarme Hochstaudenfluren und Gebüschinseln die dortige Landschaft.

Weidebewirtschaftung zur nachhaltigen Pflege

Mit dem Beweidungsprojekt will die Stadt den hochwertigen und geschützten Lebensraum für Vögel und Insekten zurückgewinnen und erhalten. Das Vorhaben sieht eine Beweidung mit acht bis zehn schottischen Galloway-Rindern vor. Dabei handelt es sich um eine robuste und genügsame Freilandrasse, die sich bereits an vielen anderen Stellen in der extensiven Landwirtschaft und Landschaftspflege bewährt hat. Ein Landwirt aus der Region, der an anderer Stelle im Saarland bereits entsprechende Landschaftspflege mit diesen Rindern praktiziert, wird die Tiere stellen.

Vorarbeiten

Aktuell wird die künftige Weidefläche mit einem Elektrozaun eingezäunt. Anschließend erfolgt der Bau eines Unterstandes für die Rinder. Anschließend werden die Rinder auf die Fläche gebracht. Die Wege werden Besucher für eine Freizeit- und Erholungsnutzung im Rahmen einer mit den Zielen des Naturschutzgebietes verträglichen Nutzung auch zukünftig zur Verfügung stehen. Lediglich das fußläufige Queren (vorhandener Trampelpfad) der künftigen Weidefläche ist nicht mehr möglich. red./jb

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