Amulette, Talismane und Bauopfer

Ausstellung zu Volks- und Aberglauben in der Pfalz und Saarland

PIRMASENS Dem Volks- und Aberglauben in der Pfalz und dem Saarland widmet das Stadtmuseum eine Sonderausstellung, die bis 15. November im Alten Rathaus zu sehen ist. Mit rund 40 Objekten aus der Sammlung des Volkskundlers Gunter Altenkirch thematisiert die Schau Ursprung und Bedeutung des Aberglaubens vom Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit.

Neben Amuletten und Talismanen, die oftmals zauberischen Handlungen dienten, gehörten auch Bauopfer zum Phänomen des Aberglaubens, die an Türschwellen, im Traufenbereich oder anderen Orten der Gebäude untergebracht wurden. Dies konnten Gegenstände, aber noch bis ins 20. Jahrhundert auch Katzen oder Kröten sein, die als Schutz- und Hausgeist dienen sollten – als Ersatzopfer für ehemals sogar menschliche Bauopfer. Auch Schuhe konnten eine Form von Ersatzopfern sein. Dabei wurden stets Einzelstücke verwendet.

Gunter Altenkirch, der alle Objekte der Ausstellung ausführlich erläutert, gehört mit seinen über 70 Publikationen, darunter Bücher und Broschüren über Volkskunde, Mundart und Sagen, zu den bekanntesten Bewahrern alten Brauchtums. Jüngst erschien sein zwölfter Band zur „Saarländischen Volkskunde“. Mit seiner Sammlung gestaltet er jährlich mehrere Ausstellungen und bestückt sein eigenes Museum für dörfliche Alltagskultur und Aberglauben in Gersheim (Saarpfalz-Kreis).

Begleitend zur Ausstellung findet auf Einladung des Historischen Vereins am Montag, 28. September, 19.30 Uhr, ein Vortrag von Gunter Altenkirch statt. Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt, es gelten die Abstands- und Hygieneregeln. Anmeldungen sind beim Stadtarchiv möglich, Tel. (06331) 842832.

Die Ausstellung im Alten Rathaus ist dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 2,50 Euro, Kinder und Schüler haben freien Eintritt. Die Eintrittskarte berechtigt zum Besuch der Dauerausstellung „Wald, Schloss, Schuh – die Geschichte der Siebenhügelstadt Pirmasens“ sowie das Scherenschnittkabinett der Papierkünstlerin Elisabeth Emmler. Führungen finden bis auf Weiteres nicht statt. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Museum ist verpflichtend.

Auskunft beim Stadtarchiv, Tel. (06331) 842299; E-Mail stadtarchiv@pirmasens.de, online www.pirmasens.de/stadtarchiv. red./dos

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