Alternativen zur Zigarette vorab überlegen

Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gaben Tipps auf dem Weg zum Nichtraucher

SAARBRÜCKEN Viele Noch-Raucher suchen nach Wegen, vom Glimmstängel los zu kommen. Hilfe gab es bei einer Telefonaktion für DIE-WOCH-Leser mit der Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Rauchentwöhnung. Hier eine Auswahl der Fragen und die Antworten:

Ich habe schon oft probiert, das Rauchen zu lassen, aber immer wieder angefangen. Hat es überhaupt Zweck, es noch einmal zu probieren?

Auf jeden Fall! Denn die meisten Raucher benötigen mehrere Anläufe, bevor sie endgültig ein rauchfreies Leben beginnen. Die Erfahrung mit vergangenen Versuchen kann dabei helfen, kritische Situationen besser einzuschätzen. So kann man sich bereits im Vorfeld darauf vorbereiten und passende Strategien zur Bewältigung entwickeln

Was kann man tun, damit die Chance steigt, den nächsten Entwöhnungsversuch wirklich zu schaffen?

Versuchen Sie herauszufinden, warum Sie rauchen. Dabei kann ein Protokoll helfen, in das Sie zwei, drei Tage lang jede Zigarette eintragen  und was Sie von ihr erwarten. Ist es Entspannung oder Konzentration oder Genuss oder einfach nur eine Beschäftigung? Nun können Sie überlegen, wie Sie diese Ziele auch ohne Zigarette erreichen können. Schreiben Sie Ihre Ideen auf, damit sie zur Hand sind, wenn es ernst wird.

Die Zigaretten machen mich immer munter. Nun will ich aufhören zu rauchen, aber wie komme ich dann in Schwung?

Halten Sie Ihren Kreislauf auf Trab. Steigen Sie eine Station früher aus dem Bus aus, nehmen Sie die Treppe und nicht den Fahrstuhl, nutzen Sie die Mittagspause für einen flotten Spaziergang. Auch Wasseranwendungen helfen: Tauchen Sie die Unterarme in ein Waschbecken, das mit kaltem Wasser gefüllt ist. Morgens können Sie sich mit kaltem Wasser oder trockenen Bürsten abreiben. Außerdem: Trinken Sie viel Wasser. Sie können so lange trinken, bis Sie im Hals ein Brennen spüren, das dem des Rauchens einer Zigarette entspricht.

Ich rauche bei Stress. Was wäre ohne Zigaretten die Alternative?

Das Rauchen selbst entspannt eigentlich nicht. Es beschleunigt die Herz- und Atemfrequenz, erhöht den Blutdruck, steigert die Magensaftproduktion und setzt Adrenalin frei. Wenn aber das Nikotin-Level absinkt, baut sich in Ihrem Körper eine Spannung auf. Durch die Inhalation des Nikotins verschwindet sie wieder. Echte Entspannung kann anders aussehen, zum Beispiel am offenen Fenster zehnmal tief ein- und ausatmen, eine Runde um den Block gehen, geruhsam einen Tee zubereiten oder die Lieblings-CD hören. Sie können auch Entspannungstechniken erlernen, wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson.  

Was ist leichter – Schritt für Schritt aufhören oder auf einen Schlag?

Die Erfahrung zeigt, dass ein rigoroser Stopp-Tag eher zum Erfolg führt. Wir können Sie gern an diesem Tag oder kurz danach anrufen und Sie telefonisch bei der Entwöhnung begleiten. Da wir zurück rufen fallen für Sie während der Entwöhnung keine Telefonkosten an. Schaffen Sie vor Ihrem ersten Nichtrauchertag alle Rauchutensilien aus der Wohnung.

Schadet Rauchen wirklich der Haut?

Ja, die giftigen Substanzen des Tabakrauchs bewirken, dass das Kollagen der Haut schneller abgebaut wird. Kollagen ist aber die Voraussetzung für ein glattes Hautbild. Außerdem wird die Haut von rauchenden Menschen mit weniger Sauerstoff und Feuchtigkeit versorgt. Daher neigen sie stärker zu vorzeitiger Faltenbildung. Bei Raucherinnen altert die Haut übrigens noch schneller als bei männlichen Rauchern. Nach dem Rauchstopp wird die Haut besser durchblutet und sieht schon nach ein paar Tage frischer aus.

Beratungstelefon:

Das Beratungstelefon für Rauchentwöhnung der BZgA erreichen Sie von Mo-Do. 10-22 Uhr, Fr-So. 10-18 Uhr unter 0800/831 31 31 (kostenfreie Nummer).

Internet

www.rauchfrei-info.de: mit vielen Infos, interaktivem Ausstiegsprogramm und „Rauchfrei-Lotsen“ (Unterstützung von Ex-Rauchern)

www.rauchfrei-programm.de: Gruppenkurse in Wohnortnähe, Kostenerstattung.

Material

START-Paket zum Nichtrauchen u.a. mit Info-Broschüre, Kalender für die ersten 100 Nichtraucher-Tage, Stressball, Pfefferminzpastillen, Alle Materialien kann man kostenlos bestellen, per E-Mail: order@bzga.de, per Post: BZgA, Maarweg 149-161, 50825 Köln, per Fax: 0221/8992257.

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