Als Pflegekraft nie stillstehen

Nadine Meiser ist Deutschlands beste Schülerin in der Alten- und Krankenpflege“

BERLIN/UCHTELFANGEN „Als wir am Ende zu dritt auf der Bühne standen, konnte ich es kaum glauben“, erzählt Nadine Meiser und denkt zurück an den Augenblick, als ihr klar wurde, dass sie kurz davor steht, den Bundeswettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege“ zu gewinnen. Nach und nach waren alle übrigen Preise vergeben und nur noch die drei Hauptgewinner übrig. Dass sie dann tatsächlich als bundesweit beste Auszubildende ausgezeichnet wird, bezeichnet sie rückblickend als „absoluten Wahnsinn“.

Nadine Meiser befindet sich derzeit im zweiten Lehrjahr als Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege am Caritas SchulZentrum Saarbrücken. Im Frühjahr hatte sie durch eine Rundmail von dem Wettbewerb erfahren, eine ehemalige Teilnehmerin hatte zudem positiv darüber berichtet. „Ich wusste, dass es dort die Chance gibt, renommierte Pflegewissenschaftler zu treffen und sich mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen“, sagt die 20-Jährige. „Das war für mich ein guter Anreiz.“

Beim Vorentscheid im März in Köln setze sie sich als beste Saarländerin durch: „Ich habe mich nicht großartig vorbereiten können, da man ja überhaupt nicht weiß, was abgefragt wird – es war wohl auch ein bisschen Glück dabei.“

Beim Endausscheid in Berlin mit 23 Teilnehmern aus ganz Deutschland standen jetzt an zwei Tagen schriftliche und praktische Prüfungen auf der Tagesordnung. „Ich hatte schon ein ganz gutes Gefühl“, meint Nadine, „aber dass ich tatsächlich gewinnen könnte, damit hätte ich niemals gerechnet.“

Neben den Gesprächen mit der bekannten Schweizer Ordensschwester Liliane Juchli und dem renommierten Pflegeberater und Buchautor Siegfried Huhn, die den Wettbewerb die ganze Zeit begleitet haben, waren das Abendessen auf dem Fernsehturm und der Besuch im Bundesrat besondere Höhepunkte für die Schülerin.

Auf die Pflege wurde Nadine Meiser bereits während eines Schulpraktikums am CaritasKlinikum aufmerksam. Nach jahrelanger ehrenamtlicher Tätigkeit beim Roten Kreuz und einem Freiwilligen Sozialen Jahr bei der Rettungswache Heusweiler war sie sich dann sicher: Die Pflege ist der richtige Beruf. „Über das Caritas SchulZentrum hatte ich viel Gutes gehört und es war mir wichtig, dass ich eine gute Ausbildung mache, also habe ich mich für die Caritas entschieden.“

Ausbildungsbegleitend studiert Nadine Meiser in Mainz im dualen Bachelorstudiengang „Gesundheit und Pflege“. Zwei Wochen pro Semester verbringt sie vor Ort; ihre praktischen Studienleistungen absolviert sie in Saarbrücken. Manchmal wird die junge Frau gefragt, ob sie Medizin studiert. Ihre Antwort ist dann immer lachend dieselbe: Nein, ich studiere etwas noch viel Cooleres.

Denn sie ist überzeugt: „Als Pflegekraft hat man die vielseitigsten Aufgaben und ist am nächsten dran an den Patienten. Kein Tag ist wie der andere und man kann sich ständig verändern und weiterentwickeln.“ Aber sie fügt auch hinzu: „Es wird Zeit, dass die Pflege ihre Professionalisierung vorantreibt, und dass die Pflege in Deutschland ihren eigenen Berufsstand mal auf den Kopf stellt. Denn leider haben noch immer viele Menschen gar keine richtige Vorstellung davon, was wir eigentlich den ganzen Tag tun.“

Derzeit ist die Uchtelfangerin im CaritasKlinikum im Kreißsaal eingesetzt, konnte aber während ihrer Praxiseinsätze unter anderem auch schon die Neurologie, die Unfallchirurgie und die Palliativstation kennen lernen. „Die leider oft wenige Zeit, die ich mit meinen Patienten verbringen darf, weiß ich sehr zu schätzen. Und so gern ich es auch würde – ich kann leider nicht jedem so viel Zeit schenken wie er braucht. Trotz allem: Egal wo ich bin und egal wie stressig der Tag war – ich gehe am Ende des Tages immer mit einem guten Gefühl nach Hause, weil ich mir sicher bin etwas Sinnvolles getan zu haben.“

Als Preis für ihren Sieg hat Nadine Meiser eine Reise nach New York inklusive Taschengeld gewonnen. Zusätzlich ist sie als Mitglied in die Nationalmannschaft Pflege aufgenommen worden. Auch dort warten spannende Fortbildungen auf die 20-Jährige. Und eventuell sogar eine Reise nach China: „Durch diesen Wettbewerb eröffnen sich so viele neue Möglichkeiten.“

Aber zuallererst will sie sich auf ihre Ausbildung und das Studium konzentrieren: „Mein Ziel ist es, nie stillzustehen und mich immer weiterzuentwickeln, denn nur so kann ich langfristig meine Patienten gut versorgen.“ red./eck

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