Als Freiwilliger nach Nepal

Das schwerste Erdbeben seit 80 Jahren, das Nepal am 25. April 2015 traf, hat das Land stark gezeichnet. Fast 8.800 Menschen starben und es gab mehr als 20.000 Verletzte. Das Erdbeben hat über 750.000 Häuser teilweise oder sogar vollständig zerstört. Insgesamt hat die Katastrophe das Leben von fast einem Drittel der Bevölkerung langfristig verändert – das sind etwa 8 Millionen Menschen.

Auch vier Jahre nach dem schweren Erdbeben in Nepal geht der Wiederaufbau nur schleppend voran. In vielen abgelegeneren Regionen haben Familien kein sicheres Zuhause. Ein Zustand der mich noch immer betroffen macht. Dürfte ich doch dieses wundervolle Land und seine herzlichen Einwohner im Herbst 2014 bei einem Trekking intensiv kennenlernen.

Nachdem ich in den Nachrichten die gewaltige Zerstörung durch das Erdbeben gesehen habe, wollte ich den Menschen etwas zurückgeben. Ich hatte mich also auf die Suche nach Hilfsorganisationen gemacht, die sich vor Ort in Nepal engagieren. Einfach nur Geld zu spenden schien mir irgendwie zu anonym und einfach zu wenig. Schließlich wurde ich auf Habitat für Humanity aufmerksam. „Die Hilfsorganisation, die ein Zuhause baut. Habitat for Humanity baut in rund 70 Ländern in nachhaltigen Projekten einfache und finanzierbare Häuser für und mit Menschen weltweit. Denn jeder hat das Recht auf ein Dach über dem Kopf und ein schützendes Zuhause.“ Diesen Ansatz verfolgt Habitat for Humanity auch in Nepal. Neben vielen lokalen Aktivitäten in Zusammenarbeit mit Habitat Nepal besteht auch die Möglichkeit im Rahmen eines offenen Teams direkt vor Ort mit anzupacken und Hand in Hand mit betroffenen Familien an einem neuen Haus und damit an einem Stück besserer Zukunft zu arbeiten. 2018 konnte ich dann erstmals in einem solchen offenen Team mitreisen und tatsächlich vor Ort mitarbeiten. Da die Hilfsorganisation in Deutschland noch nicht so etabliert ist wie im Mutterland Amerika konnte vorher kein offenes Team zusammengestellt werden. Aber es gibt auch noch immer alle Hände voll zu tun.

Im offenen Team treffen sich Menschen aus ganz Deutschland, die aus den unterschiedlichsten Beweggründen und mit den unterschiedlichsten persönlichen Hintergründen vor Ort in Nepal helfen wollen. Gemeinsam wird eine Woche auf der Baustelle mit einer Familie zusammen an deren neuem Haus gebaut. Dabei braucht es keinerlei Vorkenntnisse aus dem Baubereich. Gebaut wird nach lokalen Standards und mit den dort üblichen Methoden. Die freiwilligen Helfer werden täglich neu durch Bauleiter und Handwerker in die anstehenden Tätigkeiten des Tages eingewiesen. Dabei stehen die unterschiedlichsten ToDo‘s auf dem Plan. Von Ausgraben der Fundamente, Beton mischen über Eisen biegen bis hin zu Mauern. Immer auch in Abhängigkeit vom jeweiligen Baustiel der Region. So beschränkte sich unser Einsatz in 2018 in einer Woche auf die „Tiefbauarbeiten“, so dass wir die fertige Bodenplatte an die Familie und im Anschluss an das nächste Helferteam übergeben konnten. In diesem Jahr haben wir den „Hochbau“ übernommen und die Häuser bis zur Fensterhöhe gemauert. Ja - ich habe mich bereits bei meinem ersten Einsatz so begeistern lassen, dass ich im Jahr darauf gleich wieder mitgereist bin und 2020 werde ich als Teamleiterin zum ersten Mal selbst ein Team begleiten.

Die Begeisterung der Menschen zu spüren, denen man zu einem neuen Zuhause verhilft ist einfach unbeschreiblich. Man spürt, dass es um deutlich mehr geht als nur ein Dach über dem Kopf zu haben, sonder dass ein sicheres Zuhause der erste Schritt in eine bessere Zukunft ist.

 

Wer einmal selbst an diesem Erlebnis teilhaben möchte und sich aktiv in Nepal engagieren will kann das im kommenden Jahr gerne tun. Vom 11. bis 19. April findet das nächste Offene Team in Nepal statt. Dann geht es in den Osten Nepals ins Terai, in dem ein Großteil der Einwohner noch in heruntergekommenen Strohhütten lebt. Habitat for Humanity wird dort Familien beim Bau neuer Häuser aus Bambusstruktur mit Putz und Ziegelfundamenten helfen.

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie mich (Nadine Klomann) doch gerne direkt mobil: 0170 344 51 70 oder per Email: renasa@gmx.net.

 

Unsere Leserreporterin Nadine Klomann aus Bischmisheim

 

 

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de