„Alles rausgehauen“ und gewonnen

HG Saarlouis schlägt Pforzheim dank überragender Teamleistung 32:28 (16:13)

SAARLOUIS Sie haben es getan, sie haben „alles rausgehauen“ und mit einer überragenden Leistung den bis dahin ungeschlagenen Top-Favoriten TSG Pforzheim mit 32:28 (16:13) niedergekämpft. 920 begeisterte HGS-Fans feierten ihre Jungs am Ende mit stehenden Ovationen. Dabei waren die Voraussetzungen alles andere, als optimal. Philipp Kessler hatte gerade mal neun Feldspieler – darunter mit Alexander Herzig einen aus der A-Jugend-Bundesligatruppe. Im Wesentlichen spielte die sogenannte erste Sieben durch – und das mit einer auf allen Positionen überragenden Leistung.

Die TSG aus Pforzheim begann mit dem Selbstvertrauen aus drei Spielen ohne Niederlage, ging in den Anfangsminuten zweimal in Führung (2:3, 5. und 3:4, 6.). Doch dann setzt ein an diesem Abend bestens aufgelegter Pat Schulz die Initialzündung für die folgenden tollen 50 Minuten. Florian Taafel versucht, beim Stand von 4:4 einen Siebenmeter über Pat Schulz zu heben, doch der fischt das Leder problemlos.

Wenig später bringen Peter Walz und Tommy Wirtz (Tempogegenstoß) die Gastgeber mit einem Doppelschlag zum 6:4 (11.) in Front. Von da an läuft es bei den Saarländern. Der im ganzen Spiel überzeugend agierende Max Hartz trifft kurz darauf doppelt und Tommy Wirtz flitzt erneut im Gegenstoß über die Platte und von der Anzeigetafel leuchtet zur Freude der begeisterten Fans nach einer Viertelstunde eine klare 9:5-Führung. Auch gut vier Minuten später bleibt die Führung deutlich, als ein bestens aufgelegter Philipp Leist auf 11:6 (19.) stellt.

Doch Pforzheim bleibt im Spiel, kämpft sich mit ihren starken Torschützen Taafel, Schwarz und Kikillus wieder heran. 11:9 nach 23 Minuten. Alles wieder drin – denken die Gäste und müssen gleich den nächsten Dämpfer hinnehmen. Max Hartz, Tommy Wirtz und Peter Walz markieren die nächsten Treffer für die Gastgeber (14:10,26.) und bis zum Pausenpfiff legt der beste HGS-Torschütze an diesem Abend, Philipp Leist, noch zwei Treffer zur 16:13-Halbzeitführung nach.

Die ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte gehören den Gästen. Kikillus vom Punkt und Maximilian Schwarz aus dem rechten Rückraum sorgen für den 16:15-Anschluss. Auf den Tribünen fragen sich einige jetzt: Reicht die Kraft der „aufrechten Sieben“ im grünen Dress, oder müssen sie jetzt Tribut zahlen für eine kräfteintensive erste Halbzeit?

Die Antwort kommt auf dem Parkett. Peter Walz mit seinem bekannten Freiwurf-Trick, Philipp Leist von der Siebenmeterlinie und Wladi Kurotschkin vom Kreis: alle drei treffen sicher und es heißt 20:16 (40.). Saarlouis ist jetzt im Flow. Intensiv mit schnellen Beinen in der Abwehr und vorne treffsicher.

Als der Hammer-Schlagwurf von Peter Walz zum 24:18 (45.) einschlägt, wächst auch auf den Rängen die Zuversicht, denn die Jungs unten lassen nicht nach. Geschickte Auszeit-Pausen von Philipp Kessler tragen dazu bei, dass die Kraft nicht nachlässt. Durch die lautstarke Unterstützung der Fans und mit einem ein nicht unbedingt zu erwartenden Sieg vor Augen mobilisieren die Jungs weitere Kräfte. Auch bei doppelter Manndeckung verliert die Mannschaft nicht die Übersicht und Ruhe. Pforzheim versucht alles, agiert mit sieben Feldspielern und kommt doch nicht richtig auf. Saarlouis hat Pat Schulz im Kasten, ist hinten aufmerksam und setzt vorne die Nadelstiche in Form von Toren. Beim 30:24 ist drei Minuten vor Schluss der Widerstand endgültig gebrochen und am Ende feiern Mannschaft und Fans einen hochverdienten, herausragenden 32:28-Sieg im zweiten Heimspiel und erst Mal auch Tabellenplatz 2. Kommenden Freitag geht’s dann zum Aufsteiger aus Hochdorf und da dürfte dann auch der grippekranke Josip Grbavac wieder dabei sein. red./am

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de