Alfi wurde von Luchsteam umgesiedelt

Der Kuder hatte zwei Tiere im Wildgehege gerissen

SÜDWESTPFALZ Im Rahmen des Life Luchs Wiederansiedlungsprojektes kam es jetzt zum fünften Übergriff auf Nutztiere seit 2016. Der Betreiber eines Wildgeheges in Heltersberg bei Pirmasens fand zwei tote Tiere: ein Damwild und ein Rotwildkalb.

Nach der Meldung durch die Tierhalter an das Luchsteam der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz wurden die toten Tiere sofort vor Ort begutachtet, berichtet Sylvia Idelberger vom Projektbüro Life-Luchs in Trippstadt. Da diese die typischen Merkmale eines Luchsrisses aufwiesen, stellte das Luchtsteam Fotofallen auf und überwachte das Gehege. Der Luchskuder Alfi konnte vom Luchsteam an einem der Risse gefangen und narkotisiert werden.

Luchse kehren meist über mehrere Tage an ihre Beute zum Fressen zurück. Alfi war im Herbst 2018 aus der Slowakei in den Pfälzerwald umgesiedelt worden. Da der Luchskuder sein erstes GPS-Sendehalsband, welches ihm bei seiner Umsiedlung angelegt wurde, bereits verloren hatte, erhielt er ein neues Sendeband. So konnten seine Bewegungen beziehungsweise sein weiteres Verhalten überwacht werden,

Nachdem Alfi aus der Narkose erwacht war, wurde er an einem anderen Ort im zentralen Pfälzerwald freigelassen. Es gab bereits zuvor tote Tiere in diesem Wildgehege, bei denen die Todesursache im Nachhinein nicht mehr festgestellt werden konnte beziehungsweise aktuell noch überprüft wird.

Hotline für Schadensfall

„Tierverluste, die in Zusammenhang mit Übergriffen durch Luchse stehen, werden zu 100 Prozent entschädigt“, informiert Idelberger. Die Meldung eines möglichen Schadens soll innerhalb von 24 Stunden über die Hotline (06306) 911199 oder per E-Mail am luchs@snu.rlp.de erfolgen.

Mithilfe des europäischen Förderprogramms Life-Natur führt die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit ihren Projektpartnern Landesforsten Rheinland-Pfalz, Deutsche Wildtierstiftung Natur und Umwelt sowie SY-Coparc in Frankreich das Projekt zur Wiederansiedlung der Luchse durch. Das Projekt ist im Januar 2015 gestartet und endet im September 2021. Informationen zum Life-Luchs Projekt Pfälzerwald der Stiftung und ihren Projektpartnern gibt es im Internet unter http//www.luchs-rlp.de. Speziell für Tierhalter ist hier auch ein Informationsfaltblatt im Bereich „Nutztiere & Luchs“ zu finden. rb

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