Albert Weisgerber jetzt digital

Umfangreiches Bild- und Informationsmaterial zu den Werken des St. Ingberter Malers auf einer neuen Webseite

St. Ingbert. Die „Macher“ schwärmen, andere, die bereits Einblick hatten, zeigen sich begeistert. Die Rede ist vom Start eines aufwändigen Projekts – wie könnte in dieser Zeit anders sein -–einem digitalen, von besonderer Qualität: ein digitales Albert-Weisgerber-Museum.

Der 1878 in St. Ingbert geborene Albert Weisgerber gilt als der bedeutendste saarländische Maler der Klassischen Moderne. Seine Werke können in seiner Heimatstadt jedoch nicht besichtigt werden und finden nur hin und wieder für kurze Zeit als Einzelstücke den Weg in die Öffentlichkeit. Eine neue Webseite präsentiert nun aber die umfangreiche Sammlung des Malers und Zeichners, fein säuberlich thematisch aufgegliedert und aufgelistet, wobei der Fokus der digitalen Präsentation auf die Gemäldesammlung gelegt wurde. Es ist ein äußerst angenehmes, fast schon gemütliches Schlendern durch Werke, Leben und Zeit des Künstlers. Dabei werden die Abbildungen flankiert und ergänzt von und durch vertiefende Beiträge als Werkbeschreibungen und Audiobeiträge. Darüber hinaus erfahren Interessenten beispielsweise auch, wie die gesammelten Schätze bewahrt und sorgsam gepflegt werden am Beispiel einer Gemälde-Restaurierung. Auf der Seite „On Tour“ sind die Ausstellungen aufgelistet, in denen die Werke des Malers aktuell zu sehen sind. Dass diese digitale Präsentation auf die Beine gestellt werden konnte, ist einerseits der finanziellen Unterstützung und dem Engagement des Rotary Clubs St. Ingbert und andererseits einer Arbeitsgruppe mit dem derzeitigen Präsidenten des Rotary Clubs St. Ingbert, Mathias Beers, und der Kuratorin der Albert-Weisgerber-Stiftung, Andrea Fischer, zu verdanken. In den zurückliegenden Monaten wurde intensiv an der neuen Webseite gearbeitet, damit – mit ansprechendem Design und nutzerfreundlichem Zugang – jeder mit Smartphone, Tablet und PC darauf zugreifen kann. Bei einem Treffen am Geburtshaus Albert Weisgerbers in der Kaiserstraße 62 hob Ulli Meyer, Oberbürgermeister und gleichzeitig Stiftungsvorsitzender, hervor, dass sich der Rotarier Club bereits an mehreren Stellen in St. Ingbert für den Erhalt des kulturellen Erbes eingesetzt habe und freute sich, dass nun ein weiteres Projekt umgesetzt werden konnte. Trotzdem, so fügte er an, sei es ihm ein besonderes Anliegen, die Verwirklichung eines Museums in der Baumwollspinnerei voranzutreiben.

Wie Mathias Beers sagte, habe man sich seitens der Rotariern Gedanken darüber gemacht, was in diesem besonderen Jahr Gutes getan werden könne. „Gerade in Zeiten, in denen Kunst und Kultur gar nicht erreichbar erscheinen, war es für die Rotarier wichtig, dem bedeutendsten Künstler der Stadt ein virtuelles Museum zu schaffen, das für jeden kunstinteressierten Bürger einfach online zugänglich ist. Mit diesem Museum würdigen wir das herausragende Lebenswerk von Albert Weisgerber, der sich als Mensch und Künstler zeit seines Lebens mit St. Ingbert identifiziert hat“, so sein Statement.

Eigentlich wollte man mit dem Aufbau der Präsentation bis zum 21. April, dem Geburtstag des Künstler, fertig sein. Nun wurde das Ziel jedoch schon vorher erreicht. Nur noch ein paar Feinjustierungen im Hintergrund, dann ist alles komplett. Nach seinem Bekenntnis: „Ich liebe die Bilder von Weisgerber“ mutmaßte Mathias Beers: „Es lässt sich zwar nicht abschließend beantworten, aber vielleicht wäre Albert Weisgerber ein Rotarier geworden.“

Andrea Fischer warb für das digitale Museum: „Man kann es sich immer wieder anschauen, mit all den Gemäldedetails und vielen weiteren Informationen, auch tiefer gehenden.“ Wer sich dafür interessiert, findet den Zugang unter www.albertweisgerber.de. all

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